Jetzt kommt alles raus

Zuwanderung – 75 % sehen Österreichs Kultur in Gefahr

3 von 4 Österreichern sehen Sorgen um die kulturelle Identität des Landes für berechtigt. 56% orten Spannungen zwischen Zuwanderern und Einheimischen.
Nicolas Kubrak
08.09.2026, 21:07
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Was denkt Österreich über Integration, Zusammenhalt und Zugehörigkeit? Genau das wollte der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) wissen – und ließ dazu 1.016 Menschen ab 16 Jahren befragen. Die Erhebung führte die Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH zwischen 26. Februar und 9. März 2026 durch. Am Dienstag präsentierte Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) die Ergebnisse.

Probleme bei Zusammenleben

So zeigen sich die Österreicher beim gesellschaftlichen Zusammenhalt gespalten: 48 Prozent schätzen den Zusammenhalt in Österreich als sehr oder eher gut ein, 49 Prozent hingegen als eher oder sehr schlecht. Damit setzt sich zuletzt eine leicht negative Entwicklung seit Ende 2024 fort.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Zu den wichtigsten Aspekten des Zusammenhalts zählen demnach das friedliche Zusammenleben (69 Prozent), Toleranz und Respekt (66 Prozent) sowie Hilfsbereitschaft und Mildtätigkeit (52 Prozent). Spannend: Nur rund jeder Fünfte (22 Prozent) zählt Offenheit gegenüber Zugewanderten zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Mehr als die Hälfte der Befragten sieht Fake News (54 Prozent), den politischen Islam (52 Prozent), weltweite Kriege, Konflikte und Terrorismus (52 Prozent) sowie große Migrationsbewegungen (51 Prozent) als negative Einflüsse auf das Zusammenleben in Österreich. Die Europäische Union nennen 25 Prozent als negativen Faktor.

Österreichs Kultur in Gefahr

Auch die kulturelle Identität Österreichs wurde thematisiert. Die Ergebnisse sprechen dabei eine klare Sprache: 75 Prozent der Befragten halten Sorgen darum für sehr oder eher berechtigt. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2018: Damals waren noch 57 Prozent der Meinung, dass die Sorgen berechtigt sind.

Das größte gesellschaftliche Spannungspotenzial sieht die Mehrheit zwischen Einheimischen und Zugewanderten (56 Prozent). Häufig genannt wurden zudem die Spannungen zwischen Links und Rechts (50 Prozent) und zwischen Arm und Reich (40 Prozent).

Erfahrungen mit Migranten

Bei den Erfahrungen mit Migranten zeigen sich je nach Lebensbereich deutliche Unterschiede. Im Freundes- und Bekanntenkreis bewerten 73 Prozent den Kontakt als sehr oder eher positiv. Im öffentlichen Raum fällt das Bild hingegen deutlich negativer aus: In Öffis, beim Einkaufen, auf der Straße oder in Parks berichten nur 36 Prozent von positiven, 55 Prozent dagegen von negativen Erfahrungen. Am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft überwiegen hingegen die positiven Erfahrungen.

Diese Integrationsprobleme gibt es

Als besonders problematisch für das Zusammenleben bewerten die Befragten Gewalt im Namen der "Ehre" sowie mangelnden Respekt gegenüber Frauen: Jeweils 90 Prozent stufen diese Verhaltensweisen als sehr oder eher problematisch ein. Fast ebenso kritisch sehen die Befragten Zuwanderer, die nicht arbeiten und von Sozialhilfe leben, die österreichische Kultur und Werte ablehnen oder nicht ausreichend Deutsch sprechen, um einen Job zu finden – diese Punkte nennen jeweils 89 Prozent als sehr oder eher problematisch.

{title && {title} } nico, {title && {title} } 08.09.2026, 21:07