Österreich hat sich heuer zum ersten Mal nach 28 Jahren wieder für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Grund genug für die heimische Politik, sich im Scheinwerferlicht zu sonnen.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) reiste mit einer Delegation von gleich neun Mitarbeitern zum Spiel gegen Argentinien in Dallas. Daneben absolvierte er auch Termine zur Pflege der Wirtschaftsbeziehungen mit Texas. Die Kosten des Trips: rund 100.000 Euro.
Vizekanzler und Sportminister Andreas Babler (SPÖ) wollte da um nicht nachstehen. Er sah das Spiel der Österreicher gegen Jordanien live vor Ort in San Francisco. Dort war er von 15. bis zum 18. Juni. Für die Flüge fielen für ihn 2.440,54 Euro an, wie jetzt eine Anfrage der FPÖ ans Licht bringt. Immerhin: Geflogen ist er in der Economy Class, wie Babler in der Beantwortung betont.
Dabei blieb es aber nicht. Denn Babler ließ sich von vier Mitarbeitern in die USA begleiten. Deren Flüge – ebenfalls in der Economy Class – schlugen noch einmal mit 9.561,14 Euro zu Buche – auf Steuerzahlerkosten, versteht sich.
Babler musste aber auch die Kosten für Hotel und Transfers bekannt geben. Die Nächtigungen kosteten laut ihm immerhin 5.311,29 Euro. Welches Hotel er dafür gewählt hat? Diese Antwort blieb der SPÖ-Chef schuldig. "Es darf darauf hingewiesen werden, dass aus Sicherheitsgründen Hotelnamen nicht angegeben werden können", schreibt er in seiner Anfragebeantwortung wörtlich.
Eines verrät er aber schon: Die Buchung der Delegationsreise anlässlich der Fußball-WM 2026 für ihn und die vier Mitarbeiter sei über das Außenministerium erfolgt.
Bleiben noch die Transferkosten: Die beliefen sich auf 3,944,14 Euro. Macht also Gesamtkosten von exakt 21.257,11 Euro. Geht es nach Babler, ist das gut investiertes Steuergeld: Am 16. Juni habe ein Austausch mit dem jordanischen Kronprinzen stattgefunden, einen später eines mit dem österreichischen Nationalteam. "Die Dienstreise zielte neben der repräsentativen Tätigkeiten darauf ab, die österreichische Nationalmannschaft bei ihrer Vertretung Österreichs auf der internationalen Sportbühne zu unterstützen sowie sportpolitische und internationale Kontakte wahrzunehmen", schreibt der Sportminister.