Zum Schulstart in Wien, Niederösterreich und im Burgenland zeigt eine neue Analyse des gewerkschaftsnahen Momentum Instituts: Das Schulstartgeld hält mit den Kosten rund um Schule nicht Schritt. 2026 werden pro Kind 121,40 Euro ausgezahlt. Wäre die Leistung seit ihrer Einführung 2011 jedes Jahr mit der Teuerung mitgewachsen, wären es heute 162 Euro. Das heißt: Es fehlen rund 41 Euro pro Kind.
Knapp 900.000 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren erhalten das Schulstartgeld seit 2011 gemeinsam mit der Familienbeihilfe. Eingeführt wurde die Leistung mit 100 Euro, umgerechnet auf die heutige Kaufkraft sind davon nur noch 75 Euro übrig. Der reale Wert der Unterstützung ist damit seit ihrer Einführung um ein Viertel gesunken.
Das Schulstartgeld wurde seit 2011 nur zweimal an die Teuerung angepasst, nämlich in den Jahren 2024 und 2025. Weil die Valorisierung 2026 und 2027 im Zuge der Sparmaßnahmen erneut ausgesetzt wird, dürfte der Abstand weiterwachsen, warnt das Momentum Institut.
"Der Wertverlust hat sich über die letzten 15 Jahre laufend aufsummiert. Kaum gibt es endlich einen Ausgleich, wird er auch schon wieder ausgesetzt. Das Schulstartgeld zeigt somit einmal mehr, wo der Sparstift angesetzt wird: bei den Familien", kritisiert die Ökonomin Sophie Achleitner.
Zudem hinke die Unterstützung auch bei einzelnen Ausgaben der Preisentwicklung hinterher. Seit 2020 verteuerten sich Schulhefte um 48 Prozent, Bleistifte um 46 Prozent und Ringmappen um 43 Prozent. Mittagessen in der Schule wurden um 32 Prozent teurer, Nachhilfe um 31 Prozent. Das Schulstartgeld stieg im selben Zeitraum um 25 Prozent.
"Für Familien ist der Schulstart kein einmaliger Einkauf. Hefte müssen nachgekauft werden, dazu kommen Mittagessen, Betreuung, Ausflüge oder Nachhilfe. 121,40 Euro sind deshalb schnell aufgebraucht. Eine echte Entlastung muss sich an den tatsächlichen Kosten orientieren", so Achleitner.
Das Momentum Institut empfiehlt daher, den aufgelaufenen Wertverlust auszugleichen und das Schulstartgeld auf mindestens 170 Euro anzuheben. Anspruch sollen künftig auch 15- bis 18-Jährige in Ausbildung haben. Zusätzlich fordert das Institut kostenlose Nachmittagsbetreuung, um insbesondere einkommensärmere Familien und Alleinerziehende bei den laufenden Schulkosten zu entlasten.