Drastische Zustände

Schüler mobben Mädchen, weil sie kein Kopftuch tragen

Kurz vor Schulstart sagen Lehrer und Direktoren ungefiltert, was an Österreichs Schulen los ist. Ministerin Bauer: "Wir lassen Lehrer nicht alleine."
Nicolas Kubrak
04.09.2026, 11:00
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Ab Montag läutet im Osten des Landes wieder die Schulglocke. Doch nicht bei allen Lehrern und Direktoren ist die Freude über den Start des neuen Schuljahres groß. Zu tief sitzen die Sorgen über Zustände, mit denen Pädagogen mittlerweile täglich in den Klassenzimmern konfrontiert sind.

Angst vor Konsequenzen – keine Fotos bei Termin

Am Donnerstag lud das Bundeskanzleramt Lehrer und Direktoren aus ganz Österreich zu einem Runden Tisch ein, um aus erster Hand zu erfahren, wie sich der Arbeitsalltag an heimischen Schulen tatsächlich gestaltet. Fotos wurden bei dem Termin keine gemacht. Wie "Heute" erfuhr, fürchtete das Lehrpersonal Konsequenzen, sollte es sich öffentlich zu den Problemen äußern. Aus dem Grund ist auch die Teilnehmerliste nicht öffentlich bekannt.

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Liberale Musliminnen unter Druck

Die Berichte der Teilnehmer zeichnen ein düsteres Bild: Schüler sollen teils bewusst schlechte Noten anstreben, um nicht zu arbeiten und so die Sozialleistungen der Familie nicht zu gefährden. Gleichzeitig ist von Burschen die Rede, die liberale Musliminnen massiv unter Druck setzen und ihnen Kleidungs- und Verhaltensregeln vorschreiben wollen. Eine Lehrperson schilderte zudem, dass sie eine eigene Klasse für straffällig gewordene Schüler einrichten musste, um die anderen vor ihnen zu schützen.

VP-Ministerin greift jetzt durch

ÖVP-Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) betonte nach dem Runden Tisch, Pädagogen gezielter unterstützen zu wollen – mit Workshops, Seminaren und konkreten Handlungsempfehlungen für schwierige Situationen im Schulalltag. Erarbeitet werden sollen die Angebote vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) unter Federführung der Integrationsexpertin Emina Saric.

Im Mittelpunkt stehen Themen wie ehrkultureller Druck, problematische Geschlechterbilder, religiös begründete Konflikte oder Druck auf einzelne Schüler. Die Workshops sollen österreichweit sowohl online als auch in Präsenz angeboten werden. Dabei geht es vor allem um praktische Fragen: Wie lassen sich problematische Entwicklungen früh erkennen? Wie können Lehrkräfte sie im Klassenzimmer ansprechen? Wo bekommen sie Unterstützung – und wo endet ihre Verantwortung?

"Lehrer sollen nicht zu Polizisten werden"

Bauer weiter: "Lehrkräfte brauchen klare Handlungsmöglichkeiten und unsere Rückendeckung, wenn es um religiös begründete Konflikte geht, wenn zum Beispiel einzelne Schüler Druck auf ihre Mitschülerinnen machen. Lehrkräfte sollen sich auf den Unterricht konzentrieren können und sie sollen keinesfalls zu Polizisten im Klassenzimmer werden", hielt sie fest.

{title && {title} } nico, {title && {title} } Akt. 04.09.2026, 11:23, 04.09.2026, 11:00