Neues Handbuch für Schulen

Ministerin warnt – Mädchen drohen Ehrenmorde

Mädchen mit Migrationshintergrund stärken und schützen: Das ist das Ziel eines neuen Handbuchs für Schulen. Am Montag wurde es präsentiert.
Heute Politik
25.08.2026, 20:58
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Es sind brisante Themen wie Kinderrechte, psychische Gesundheit, Schutz vor Gewalt oder das Kopftuch in der Schule: Ein neues Handbuch soll Mädchen mit Migrationshintergrund stärken. Herausgegeben wurde die Handlungsempfehlung vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Sie richtet sich vor allem an Schulen und Pädagogik.

Viele Fallbeispiele aus dem Schulalltag

Auf insgesamt 74 Seiten enthält das Handbuch Hintergrundwissen, Fallbeispiele und Handlungsempfehlungen für den pädagogischen Alltag.

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"Kinder mit Kopftuch nicht vor der Klasse bloßstellen"

So heißt es etwa im Abschnitt zum Kinderkopftuch in der Schule, das ab kommendem Schuljahr verboten ist: "Lehrkräfte sollten die Schülerin nicht vor der Klasse ansprechen oder bloßstellen. Sie bewerten keine Religion, Familie oder Herkunftsgruppe, sondern bleiben ruhig, vertraulich und klar … Bei Hinweisen auf Druck, Beschämung, Kontrolle oder Angst sind Schulsozialarbeit, Schulpsychologie oder Kinderschutzorganisationen einzubeziehen."

Schule als "geschützter Ort"

Vorgestellt wurde das Handbuch am Dienstag in einer Mittelschule in Wien-Favoriten. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) sagte dort, Mädchen würden eine Umgebung brauchen, in der sie ohne Zwang und selbstbestimmt sie selbst sein könnten. "Dieser geschützte Ort ist für viele Mädchen die Schule."

Schutz vor Gewalt

Jedes der rund 800.000 Mädchen in Österreich habe "das Recht, frei und selbstbestimmt aufzuwachsen", so Bauer weiter. "Jedes Mächen soll selbst bestimmen, was es einmal werden will, ob und wen es heiraten will", und müsse das Recht haben, "ohne Gewalt und Zwang aufwachsen zu können".

Integrationsministerin thematisiert Ehrenmorde an Mädchen

"Von dieser Vorstellung sind wir in manchen Kreisen, in manchen Communitys weit entfernt", so die Ressortchefin. Mädchen hätten mit körperlicher und psychischer Gewalt zu rechnen, "wenn sie nicht folgen", und würden teils sogar mit dem Tod bedroht – "oder sogar im schlimmsten Fall im Namen der Ehre umgebracht".

Empowerment-Projekte

Nur mit Stärkung der Mädchen und Empowerment-Projekten könne es gelingen, diese aus diesen Strukturen herauszuholen. Mit dem Praxishandbuch biete man konkrete Übungen, Gesprächshilfen und Workshop-Ideen, so die Integrationsministerin weiter. Verteilt werden soll die Broschüre an Schulen sowie an Psychotherapiepraxen, außerdem wird sie online als Download erhältlich sein.

Sonia Koul, Leiterin des ÖIF-Frauenzentrums, betonte, es gehe bei dieser Thematik um familiäre Themen wie Druck und auch Zwangsheirat. Integrationsexpertin Emina Saric betonte, es sei "entscheidend", jungen Menschen frühzeitig "Wissen, Schutz und konkrete Auswege" anzubieten.

{title && {title} } pol, {title && {title} } 25.08.2026, 20:58