Häusliche Gewalt

Immer mehr Frauen suchen Hilfe bei Beratungsstellen

Frauenberatungsstellen in Wien verzeichnen einen Anstieg an Kontakten. Grund ist vor allem gestiegenes Bewusstsein und gezielte Information.
Newsdesk Heute
27.07.2026, 17:03
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Wiens Frauenberatungsstellen verzeichnen derzeit einen deutlichen Anstieg, wenn es um Hilfesuchende wegen häuslicher Gewalt geht. Das Frauenservice Wien meldet für die letzten Monate rund ein Fünftel mehr Beratungskontakte als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Für die Beratungsstellen ist der Anstieg bei den Beratungen ein gutes Zeichen, weil sich mehr Betroffene Unterstützung holen. Viele Frauen, die von Gewalt betroffen sind, suchen nicht gleich Hilfe. Oft dauert es längere Zeit, bis sie sich an ein Frauenzentrum oder den 24-Stunden-Frauennotruf wenden.

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Stärkeres Bewusstsein

Laut orf.at verzeichnet der 24-Stunden-Frauennotruf derzeit deutlich mehr Anrufe. Das muss aber nicht heißen, dass es auch mehr Gewalt gibt. Laura Wimmer vom Frauenservice Wien sagt dazu: "Was wir aus der Vergangenheit von unserer Arbeit wissen, ist, dass so steigende Beratungskontakte oft mit steigendem Bewusstsein und mit Sensibilisierung zusammenhängen."

Durch Bewusstseinskampagnen oder Berichte über Beratungsangebote melden sich mehr Menschen. Die Themen bleiben aber gleich. "Die Themenfelder, mit denen sich Frauen an unseren Frauennotruf wenden, sind sehr oft das Thema psychische Gewalt, aber natürlich auch körperliche und sexualisierte Gewalt", so Wimmer.

Du bist von Gewalt betroffen? Hier findest du Beratungs- und Hilfsangebote für Frauen und Kinder:

Frauen-Helpline: 0800222555

24-Stunden-Frauennotruf: 0171719

24-Stunden-Notruf der Wiener Frauenhäuser: 057722

Rat auf Draht: 147

Telefonseelsorge: 142

Zusammenhang mit Fußball-WM?

In England zeigen Statistiken, dass rund um Spiele der englischen Nationalmannschaft die Zahl der Gewalttaten an Frauen steigt. Einen solchen Zusammenhang mit der vor kurzem zu Ende gegangenen Männer-Fußballweltmeisterschaft sieht Wimmer jedoch nicht.

"In Gewaltbeziehungen reicht für den Gefährder immer ein - oft nichtiger - Grund, um Gewalt auszuüben. Allerdings senkt Alkohol die Hemmschwelle und so kann es in Zusammenhang mit Großevents und Alkoholkonsum zu vermehrten Übergriffen kommen", betont Wimmer.

Auch andere Einrichtungen melden auf Anfrage des ORF Wien mehr Hilfesuchende. Dazu zählen die Frauenberatungsstelle bei sexueller Gewalt, die Frauenzentren des Österreichischen Integrationsfonds und die Wiener Frauenhäuser.

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