Gewalt, Drohungen, Sachbeschädigung: Im vergangenen Schuljahr wurden in OÖ unter anderem deshalb 587 Kinder und Jugendliche vorübergehend vom Unterricht ausgeschlossen. Zwar waren es etwas weniger als im Jahr davor mit 606 Fällen – dennoch liegt OÖ bundesweit weiterhin im negativen Spitzenfeld.
Für SPÖ und Grüne sind die Zahlen ein deutliches Alarmsignal. Beide Parteien fordern mehr Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Unterstützung für Lehrkräfte. Eine Suspendierung dürfe nicht dazu führen, dass Kinder wochenlang den Anschluss verlieren.
"Das sind Schüler, die zwar die Konsequenzen für ihr Verhalten tragen müssen und auch sollten – aber eigentlich ist es unsere Arbeit in der Politik, überhaupt zu verhindern, dass es so weit kommt", sagt SPÖ-Bildungssprecherin Doris Margreiter.
Und weiter: "Wo es doch dazu kommt, dürfen wir die betroffenen Kinder und Jugendlichen auch während einer Suspendierung nicht allein lassen." Genau hier könne die Schulsozialarbeit eingreifen. So könne verhindert werden, dass Schüler den Anschluss an den Lernstoff oder im schlimmsten Fall sogar ein ganzes Schuljahr verlieren.
Auch die Grünen schlagen Alarm. Bildungssprecher Reinhard Ammer spricht von einem "extrem hohen Niveau" bei den Suspendierungen. Ein Maßnahmenpaket sei längst überfällig. "Eine Verdreifachung der suspendierten Schüler in den letzten Jahren ist für unsere gesamte Gesellschaft ein Alarmzeichen und für die betroffenen Schüler ein schwerer Rucksack, den wir ihnen wieder abnehmen müssen", sagt Ammer.
Seine klare Forderung: "Eine Suspendierung darf kein pädagogisches Abstellgleis sein. Kinder brauchen Perspektiven, Unterstützung und professionelle Begleitung, nicht Strafen und Leerlauf."
Ab Herbst soll eine verpflichtende Begleitung für suspendierte Schüler kommen. Geplant ist ein Mix aus Unterricht und Maßnahmen zur Wiedereingliederung. Damit sollen die Betroffenen während ihres Ausschlusses nicht völlig aus dem Schulalltag fallen.
Die Grünen wollen das Paket des Bildungsministeriums genau unter die Lupe nehmen. "Wir werden uns genau anschauen, was hier das Bildungsministerium auf den Weg bringt", kündigt Ammer an. Entscheidend sei, ob die Maßnahmen umfassend genug seien und den betroffenen Schülern tatsächlich den Weg zurück in die Schule ebnen.