AfD-Chefin Weidel in Wien

"Wenn die FPÖ in Österreich gewinnt, dann …"

AfD-Chefin Alice Weidel sorgt bei einem Wien-Besuch für Wirbel. Sie fordert einen Schengen- und Euro-Ausstieg und sieht die FPÖ als Vorbild.
André Wilding
24.08.2026, 06:30
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Alice Weidel nutzt ihren Aufenthalt in Wien für eine Reihe politischer Kampfansagen. Im ZDF-Sommerinterview fordert die AfD-Chefin nicht nur einen grundlegenden Kurswechsel bei Migration und Europa. Sie lobt auch die FPÖ und sagt voraus, was aus ihrer Sicht bei einem Wahlsieg der Freiheitlichen in Österreich passieren würde.

Besonders scharf äußerte sich Weidel zur Migration aus Syrien. "Uns wurde doch damals gesagt: Wenn der Fluchtgrund entfällt, werden sie alle wieder zurückgeführt. Nichts dergleichen passiert", sagte sie.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Auch die deutsche Regierung griff die AfD-Chefin frontal an: "Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen." Deutschland werde derzeit "kaputt gemacht".

Weidel will raus aus Schengen

Weidel fordert auch einen Ausstieg Deutschlands aus dem Schengen-Raum. "Dieser Vertrag wird aufgekündigt", kündigte sie an.

An den Grenzen will sie deutlich härter vorgehen. "Wir werden sie zumachen, wir werden aus Schengen aussteigen, damit solche Leute wie aus Ceuta gar nicht mehr zu uns kommen."

Das Schengen-System ermöglicht grundsätzlich Reisen ohne Kontrollen an den Binnengrenzen zwischen den teilnehmenden Staaten. Deutschland kontrolliert allerdings seit September 2024 wieder an allen seinen Landgrenzen.

AfD-Chefin will auch Euro-Ausstieg

Nicht nur Schengen steht bei Weidel zur Debatte. Sie bekräftigte auch die Forderung der AfD nach einem deutschen Ausstieg aus dem Eurosystem.

Die Gemeinschaftswährung führe aus ihrer Sicht zu einer "riesigen Umverteilung" sowie einer "breiten Verarmung arbeitender Bevölkerungsschichten". Weidel bezeichnete den Euro zudem als künftige "Weichwährung". Deutschland sei vor dessen Einführung "deutlich besser" dagestanden.

Die Aussagen kommen kurz vor der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September, wo die AfD laut den angeführten Umfragen vorne liegt. Der dortige Landesverband gilt als "gesichert rechtsextrem".

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, warnt hingegen vor den wirtschaftlichen Folgen des AfD-Kurses. Eine Umsetzung würde "die Lage der meisten Menschen messbar schlechter" machen.

Weidel lobt FPÖ in der Steiermark

Ihren Aufenthalt in Österreich begründete Weidel auch mit Gesprächen mit der FPÖ. Von der österreichischen Schwesterpartei wolle man lernen.

Besonders positiv äußerte sie sich über die steirische Landesregierung unter Landeshauptmann Mario Kunasek. Diese mache einen "unglaublich guten Job".

"Da können wir natürlich auch sehr viel von der FPÖ lernen", sagte Weidel.

Auch für Deutschland zeigt sie sich von einem künftigen Machtwechsel überzeugt: "Ich bin bereit, mit jedem zu arbeiten, solange er fähig ist und die Interessen unseres Landes im Auge hat." Wegen der Abgrenzung gegenüber der AfD werde die CDU ihrer Ansicht nach "keine einzige Bundestagswahl mehr gewinnen".

"Wenn die FPÖ hier gewinnt"

Beim Klimaschutz legte Weidel ebenfalls nach. Sie sprach vom "sogenannten Klimaschutz" und erklärte, Klimawandel habe es "immer schon gegeben".

Die AfD lehne ein "Schleifen des industriellen Kerns", ein "Versperren der Innenstädte" für Autos sowie ein Verbrennerverbot ab.

Schließlich wagte Weidel auch eine Prognose für Österreich: "Und ich kann Ihnen sagen: Wenn die FPÖ hier gewinnt in Österreich, wird auch dieses ganze Zeug abgeschafft."

{title && {title} } wil, {title && {title} } 24.08.2026, 06:30