Asylzahlen, Abschiebungen, Grenzraumschutz Schlepperbekämpfung. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat am Dienstag eine breite Palette an Asyl-Aspekten abgearbeitet. Dabei hat er auch Zwischenbilanz über die Rückkehraktion für syrische Staatsbürger gezogen.
Österreich hat bekanntlich wenige Tage nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 ein geordnetes Abschiebe- und Rückkehrprogramm für Syrer gestartet. In den vergangenen eineinhalb Jahren haben rund 2.000 Syrerinnen und Syrer Österreich verlassen.
Seit Juli 2026 läuft zudem eine zeitlich begrenzte Rückkehraktion für bestimmte Gruppen syrischer Staatsangehöriger. Personen in einem laufenden Asylverfahren sowie syrische Staatsangehörige mit subsidiärem Schutz, die Leistungen aus der Grundversorgung beziehen, erhalten bei freiwilliger Rückkehr im Zeitraum Juli bis September 2026 eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von 3.000 Euro pro Person.
Für andere syrische Staatsangehörige, die freiwillig nach Syrien zurückkehren, wurde die finanzielle Starthilfe von 1.000 auf 1.500 Euro angehoben. Seit Beginn der Rückkehraktion Anfang Juli 2026 sind bis Mitte August bereits 240 Personen freiwillig nach Syrien zurückgekehrt. Die Rückkehraktion läuft bis Ende September 2026 und soll anschließend evaluiert werden.
Erfreut zeigte sich Karner auch über die Entwicklung bei den Abschiebungen. Von Jänner bis Juli 2026 wurden 8.856 Personen aus Österreich abgeschoben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 8.234 Personen. Damit stieg die Zahl der Abschiebungen um knapp 622 Personen beziehungsweise rund acht Prozent.
„Erstmals seit über 20 Jahren wurde eine Minuszuwanderung erreicht.“Gerhard KarnerInnenminister, ÖVP
"Die illegale Migration wurde massiv zurückgedrängt und gleichzeitig die Zahl der Abschiebungen weiter gesteigert. Damit wurde nun erstmals seit über 20 Jahren eine Minuszuwanderung erreicht", betonte der Innenminister.
Von den 8.856 Rückführungen von Jänner bis Juli 2026 erfolgten 4.615 zwangsweise. Das entspricht einem Anteil von 52 Prozent. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 bedeutet dies eine Steigerung der zwangsweisen Außerlandesbringungen um rund 20 Prozent.
Die Rückführungen sind Teil eines Maßnahmenpakets der Bundesregierung zur Bekämpfung illegaler Migration. Neben behördlichen Maßnahmen setzt Österreich dabei auf einen verstärkten Grenzraumschutz sowie auf internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Schlepperkriminalität.
Die bisherigen Grenzpunktkontrollen wurden zu einem umfassenderen Grenzraumschutz weiterentwickelt. Dabei werden stationäre Kontrollen an der Grenze mit mobilen Kontrollen kombiniert. Dadurch werden der Kontrollgürtel ausgeweitet und die polizeilichen Maßnahmen für Schlepper schwerer vorhersehbar.
Während im Herbst 2022 in einzelnen Wochen rund 3.700 Personen nach illegaler Einreise an der burgenländischen Grenze aufgegriffen wurden, wurden in den vergangenen sechs Tagen keine Personen nach einem illegalen Grenzübertritt aufgegriffen.
Nach dem Aussetzen des Familiennachzugs ist die Zahl der Einreisen über den Familiennachzug deutlich zurückgegangen. Von Jänner bis Juli 2025 wurden noch 853 Einreisen über den Familiennachzug verzeichnet. Im selben Zeitraum 2026 waren es nur noch 60 Einreisen, die als absolute Härtefälle eingestuft wurden.
Auf europäischer Ebene arbeitet Österreich gemeinsam mit Dänemark, Deutschland, Griechenland und den Niederlanden an der Umsetzung des europäischen Asylpakts und der Rückkehrverordnung. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Umsetzung von Asylverfahren und die Einrichtung von Rückkehrzentren in Staaten außerhalb Europas.
Der Innenminister ist überzeugt: "Diese Maßnahmen werden dazu beitragen, dass wir in Österreich wieder Herr im eigenen Haus werden und die Minuszuwanderung nachhaltig absichern. Denn wir müssen entscheiden, wer kommt und wer Österreich auch wieder verlassen muss."