Nur mehr 244 Asyl-Erstanträge gab es im Juli 2026 in Österreich – im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von satten 65 Prozent. Gemeinsam mit Folgeanträgen ist die Zahl etwas höher, von Jänner bis Juli waren das heuer insgesamt 5.743, vergangenes Jahr hingegen noch 10.442. Auch das ist also ein Rückgang von 45 Prozent.
Von den 840 Asylanträgen (Asylerstanträge und Folgeanträge) im Juli 2026 in ganz Österreich stammt die größte Gruppe einmal mehr aus Syrien, dabei handelt es sich aber zum Großteil um in Österreich geborene Kinder.
Beinahe komplett gestoppt wurde der Familiennachzug. Erfolgten am Wege des Familiennachzugs von Jänner bis Juli 2025 noch 853 Einreisen, gab es im gleichen Zeitraum 2026 lediglich 60 Einreisen – nur für absolute soziale Härtefälle.
Aktuell befinden sich rund 43.300 Menschen in der Grundversorgung, darunter nur noch etwa 5.300 Asylwerber – laut Innenministerium der niedrigste Wert seit mehr als 20 Jahren. Anfang 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung.
Besonders deutlich ist der Rückgang bei illegalen Grenzübertritten. Von Jänner bis Mitte August 2023 wurden im Burgenland noch knapp 16.000 illegal eingereiste Personen aufgegriffen. Im Vergleichszeitraum 2026 waren es nur 339 - ein Minus von knapp 98 Prozent. Nur 54 der heuer aufgegriffenen Personen stellten einen Asylantrag. Die anderen mussten Österreich wieder verlassen.
Das Innenministerium führt die Entwicklung unter anderem auf verstärkte Kontrollen, die "Operation Fox" gemeinsam mit ungarischen Behörden sowie Änderungen beim Grenzschutz zurück. Kontrollen finden verstärkt auch im Grenzraum und im Hinterland statt.
Bis Ende Juli mussten insgesamt 8.856 Personen Österreich verlassen. Davon wurden 4.615 Personen zwangsweise außer Landes gebracht, 4.241 reisten selbstständig aus. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt.
Seit dem Sturz des Assad-Regimes haben laut Innenministerium rund 2.000 syrische Staatsangehörige Österreich verlassen. Zum Vergleich: In den Jahren 2023 und 2024 waren es zusammen lediglich rund 200 Syrer, die Österreich in Richtung ihrer Heimat verließen.
Bis Ende Juli wurden zudem 18.388 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. In 7.663 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt. Weitere 512 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während ihres Verfahrens.