Der "Erstsprachenunterricht" an Österreichs Schulen sorgt weiter für politischen Wirbel. Wie "Heute" berichtete, wird das freiwillige Angebot österreichweit an 354 Volks-, Mittel-, Sonder- und Polytechnischen Schulen angeboten. Nun gibt es auch aus der Steiermark heftige Kritik.
Dort wird Erstsprachenunterricht laut der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage an 24 Schulen angeboten. Das Angebot richtet sich unabhängig von der Staatsbürgerschaft an Schüler, die neben Deutsch eine andere Erst-, Zweit-, Alltags- oder Familiensprache sprechen.
Das ist der "Erstsprachenunterricht"
Dabei können Kinder und Jugendliche an Österreichs Schulen freiwillig Unterricht in jener Sprache besuchen, die sie neben Deutsch als Familien-, Alltags- oder Erstsprache sprechen. Und das "unabhängig von der Staatsbürgerschaft". Das heißt: Auch Schüler mit österreichischem Pass werden etwa auf Türkisch unterrichtet.
Ziel ist laut Anfragebeantwortung der Auf- und Ausbau bildungssprachlicher Kompetenzen.
Für den steirischen VP-Klubobmann Lukas Schnitzer sind die Zahlen Grund für deutliche Kritik: "Ich verstehe die Welt nicht mehr. Und unsere Kinder (verstehen) wohl bald eine ,nicht-deutsche Erstsprache‘ besser als Deutsch. Dass mit dem sogenannten Erstsprachenunterricht offenbar nicht Deutsch als Alltagssprache unserer Schülerinnen und Schüler forciert wird, ist mir unverständlich. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist die Grundlage für gelingende Integration", so Schnitzer.
Besonders stößt sich der VP-Politiker an den Kosten. Rund zwei Millionen Euro wurden nach seinen Angaben alleine im vergangenen Schuljahr in der Steiermark für diesen Unterricht ausgegeben.
Schnitzer nimmt nun den Neos-Bildungsminister in die Pflicht: "Christoph Wiederkehr muss hier so schnell wie möglich Klarheit schaffen." Und weiter: "Wenn tatsächlich Unterricht gefördert wird, der Integration erschwert, muss es eine Änderung geben. Denn Integration ist eine Bring- und keine Holschuld: Wer zu uns kommt, muss unsere Sprache lernen - nicht umgekehrt", so Schnitzer.
Der VP-Klubobmann will den Schwerpunkt stattdessen stärker auf die Förderung der deutschen Sprache legen: "Rund zwei Millionen Euro wurden alleine im vergangenen Schuljahr in der Steiermark für Erstsprachenunterricht ausgegeben. Konzentrieren wir uns besser auf Deutschförderklassen und die verpflichtende Sommerschule – denn Deutsch ist der Schlüssel zu Bildung, Arbeit und gelingender Integration."