16 Knochenbrüche, Todesangst

Mit Sessel auf Frau eingeschlagen - Steirer vor Gericht

Nach einer brutalen Attacke mit einem Holzsessel steht ein 42-Jähriger in Graz wegen versuchten Mordes vor Gericht. Das Urteil wird am Abend erwartet.
Österreich Heute
13.08.2026, 16:18
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein 42-jähriger Steirer musste sich am Donnerstag vor dem Grazer Geschworenengericht wegen versuchten Mordes verantworten. Im November des Vorjahres soll er laut Anklage mit einem sieben Kilo schweren Holzsessel so brutal auf seine Mitbewohnerin eingeschlagen haben, dass sie schwerste Verletzungen erlitt.

Blutüberströmt lag die Weststeirerin im Stiegenhaus, als sie gefunden wurde. "Nach meiner Bewusstlosigkeit bin ich über die Stiege gerumpelt", erzählt sie. Zwei Stunden nach der Tat entdeckte eine Nachbarin die schwer verletzte Frau. Wie kleinezeitung.at berichtet, soll ihr Mitbewohner für die insgesamt 16 Knochenbrüche und zahlreichen Rissquetschwunden verantwortlich sein.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Ich wollte sie aber nie töten", beteuerte der Angeklagte vor Gericht. Auslöser für den Streit sei laut seinen Angaben gewesen, dass die Frau ihn beim Fernsehen belästigt und seine Kinder beleidigt haben soll.Daraufhin griff der 42-Jährige zu einem Holzsessel und schlug mehrmals auf sein Opfer ein. Die Frau blieb bewusstlos am Boden liegen, während der Angeklagte einfach wegging.

Alkohol und Medikamente im Spiel

Laut Aussagen des Angeklagten sei zuerst alles ruhig gewesen. Er habe gekocht, beide hätten ein paar Bier getrunken. Kleinezeitung.at zitiert das Gespräch vor Gericht: "Ich habe noch zwei Benzos (Benzodiazepine) dazugenommen, und dann ist bei mir Schicht im Schacht, komplett vorbei, game over", schilderte der Beschuldigte. "Was heißt das?", fragte Richter Hanspeter Draxler nach. "Dass ich mich an nichts erinnern kann."

In weiterer Folge zeigte der Angeklagte nicht gerade Reue für seine brutale Sessel-Attacke: "Wenn ich mit der Faust zuschlage, ist es schlecht für sie – das wäre ein Punkttreffer bei meiner Kraft. Deshalb ist es besser, mit dem Sessel zuzuschlagen, da kann man die Kraft regulieren."

Vorstrafen und Gewalt

Der Angeklagte versuchte weiter zu erklären, dass er nicht allein schuld sei. Die Frau, bei der er erst seit einigen Wochen gewohnt hatte, habe ihn auch wiederholt geschlagen. "Wir waren beide Opfer", meinte er.

Als der Richter die Vorstrafen des Angeklagten aufzählte – etwa für einen Jochbeinbruch bei seiner Gattin und einen Angriff mit einem Bierkrug auf einen anderen Mann – reagierte der Steirer genervt: "Ich hab‘ meine Frau damals nicht geschlagen, sie ist in ein Verkehrsschild gelaufen. Mir ist jetzt sowieso schon gleich, was rauskommt ..."

Das Opfer der Stuhlattacke schilderte die dramatischen Szenen vor Gericht: "Fünf, sechs Mal hat er zugeschlagen, dann wurde ich bewusstlos. Ich hatte Angst um mein Leben." Noch heute leide sie an den Folgen der vielen Verletzungen.

Gutachter Manfred Walzl bescheinigte dem 42-Jährigen die volle Zurechnungsfähigkeit - aber auch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung. Weil die Gefahr besteht, dass der Mann ohne Behandlung weitere Taten begehen könnte, beantragte die Staatsanwaltschaft eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum. Mit einer Entscheidung der Geschworenen wird am Abend gerechnet.

{title && {title} } red, {title && {title} } 13.08.2026, 16:18