Migration, internationale Krisen und die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei: Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat bei seinem Besuch in Ankara eine umfangreiche Agenda.
Dabei sollen auch sensible Themen nicht ausgespart werden. Laut Bundeskanzleramt will Stocker beim Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan unter anderem "Meinungs- und Pressefreiheit" sowie den Umgang der türkischen Regierung mit der Opposition ansprechen.
Neben innenpolitischen Fragen in der Türkei stehen internationale Konflikte im Mittelpunkt des Treffens. Stocker bedankt sich bei Erdoğan für die Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg und im Nahost-Konflikt. Beide Länder sprechen sich für ein rasches Ende des Ukraine-Kriegs aus. Diplomatie und Dialog sind laut Bundeskanzler der einzige Weg um dies zu erreichen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Migration. Aus dem Bundeskanzleramt wird dabei auf die geografische Schlüsselposition der Türkei verwiesen. "Beim Thema Sicherheit ist die Türkei ein zentraler und geschätzter Partner", so Stocker. "Eine neue Migrationskrise kann man nur gemeinsam verhindern. Die Fehler aus den vergangenen Jahren dürfen nicht wiederholt werden."
Österreich und Türkei würden eine "gute Zusammenarbeit" bei illegaler Migration, Kriminalität, Menschenhandel und Terrorismus leisten. Aus diesem Grund wird auch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) im Herbst nach Ankara reisen.
Auch wirtschaftlich sind Österreich und die Türkei eng miteinander verbunden. Für heimische Unternehmen zählt das Land zu den bedeutenden Märkten außerhalb der Europäischen Union.
Mehr als 250 österreichische Niederlassungen sind in der Türkei vertreten. Die österreichischen Direktinvestitionen im Land belaufen sich nach Angaben der Nationalbank auf mehr als 1,4 Milliarden Euro. Die wirtschaftlichen Potenziale und Kooperationsmöglichkeiten sollen daher laut Stocker noch besser ausgebaut werden.