Gegen Christian Stocker

"Uns reicht es!" – Wütender Protest vor Kanzleramt

Nach Stockers Kinderbetreuungs-Sager wächst die Wut: Rund 500 Personen protestierten am Montag vor dem Bundeskanzleramt.
Newsdesk Heute
10.08.2026, 17:08
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Der Ärger über den Kinderbetreuungs-Sager von Bundeskanzler Christian Stocker ebbt nicht ab. Während Stocker am Montag in Ankara den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan traf, versammelten sich laut "Krone" rund 500 Frauen – und auch Männer – vor dem Bundeskanzleramt in Wien. Die Botschaft am Ballhausplatz: "Uns reicht es!"

Auslöser ist Stockers Aussage, Kinderbetreuung sei für ihn keine Arbeit. Viele Teilnehmerinnen sehen darin eine Abwertung von Müttern, Großeltern und all jenen, die unbezahlte Sorgearbeit leisten.

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Einige Protestierende reisten extra aus den Bundesländern an. Martina Eigner aus Oberösterreich sagte: "Je öfter ich mir die Entschuldigung des Kanzlers anhöre, desto wütender werde ich". Sie fordert Gleichstellung in allen Bereichen und warnt, Frauen würden sich zu viel gefallen lassen. "Wir müssen noch lauter und noch wütender werden. Notfalls müssen wir auch streiken!", so Eigner.

Auch Männer standen in der Menge. Günther Oberhollenzer teilt sich die Care-Arbeit rund um seinen Sohn mit seiner Frau. Von Stockers Aussage zeigt er sich irritiert: "Deshalb bin ich hier, um zu bekunden, dass Kindererziehung sogar sehr viel Arbeit ist." Er wünscht sich gesetzliche Regeln für eine faire Aufteilung unbezahlter Arbeit: "Damit die Männer auch motiviert werden, die das noch nicht verstanden haben!"

"Österreich revolutionieren"

Unter den Demonstrierenden war auch die grüne Wiener Stadträtin Judith Pühringer. Sie zeigt sich "wirklich wütend". Stockers Aussage sei für viele Frauen ein "Schlag ins Gesicht". Schließlich seien es nicht nur Mütter, die unbezahlte Sorgearbeit leisten, sondern etwa auch Großeltern. "Niemand kann einer Erwerbsarbeit nachgehen, wenn keine Care-Arbeit geleistet wird", betonte Pühringer. Sie fordert deshalb eine komplette Neubewertung von Arbeit.

Am Ballhausplatz blieb die Stimmung kämpferisch. Eine Organisatorin kündigte an, dass es bei dieser Kundgebung nicht bleiben soll: "Das ist heute nur der Auftakt." Wenn man sich zusammenschließe, könne man "Österreich revolutionieren".

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