Alleinerzieherin am Limit

Mama arbeitet 60 Stunden – kann sich kaum etwas leisten

Susanne arbeitet und nimmt Zusatzjobs an. Trotzdem muss die Alleinerzieherin jeden Monat rechnen, ob das Geld für sie und ihren Sohn reicht.
Österreich Heute
08.08.2026, 11:00
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Bis zu 60 Stunden Arbeit in einer Woche und trotzdem kaum Geld für das Nötigste. Für Susanne S. aus der Nähe von Linz ist das bittere Realität. Die Alleinerzieherin sorgt alleine für ihren 14-jährigen Sohn und muss jeden Monat genau rechnen.

Die 46-Jährige gönnt sich keinen Luxus. Kleidung für ihren Sohn sucht sie auch auf Kinderflohmärkten. Trotzdem reicht das Einkommen "hinten und vorne" nicht aus.

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Besonders weh tut der Mutter der Verzicht auf gemeinsame Urlaube: "Ich muss meinem Sohn jedes Jahr sagen, dass wir wieder nicht wegfahren."

Susanne ist kein Einzelschicksal. In Hunderttausenden Familien – auch in solchen mit zwei Eltern – ist das Thema Geld das häufigste Diskussionsthema. Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sorgen gerade für Aufruhr, am Freitag hat er sich dafür entschuldigt: "Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit. Kinderbetreuung ist Arbeit. Gerade Frauen, die in den allermeisten Familien immer noch den Großteil der Kindererziehung übernehmen, leisten damit Großartiges."

Keine Alimente, keine sonstigen Hilfen

Dennoch ist in Susannes Alltag die Sorge um Geld die größte. Sie bekommt keine Alimente, keine Wohnbeihilfe und auch sonst keine Leistungen. "Ich bin 24/7 Mutter", sagt die Oberösterreicherin zu "Heute".

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Zusatzjobs und kleinere Wohnung

Dabei war Susanne anfangs überzeugt, das Leben als Alleinerzieherin stemmen zu können. "Ich dachte, das schaffe ich schon. Doch Wohnung, Betreuung und laufende Kosten wurden zunehmend zum Problem. Sie zog in eine kleinere Wohnung und musste sich sogar für den Umzug Geld ausborgen. Später nahm sie Zusatzjobs an und arbeitete zeitweise bis zu 60 Stunden pro Woche.

Mittlerweile stellt sie sich eine Frage, die sie früher nicht erwartet hätte: "Kann man nur mit einem Mann überleben? Muss man abhängig sein, damit man sich ein Kind, Wohnung, Auto und Essen und Schulbildung für das Kind leisten kann?"

Kein Urlaub, kein E-Scooter

Ihr Sohn trägt mittlerweile Schuhgröße 46. Einen E-Scooter wie seine Freunde wünscht sich der 14-Jährige schon lange. Dafür fehlt das Geld.

Noch größere Sorgen macht ihr aber die Ausbildung ihres Teenager-Sohnes. Er möchte eine höhere Schule im landwirtschaftlichen Bereich besuchen und dafür ins Internat. Laut Susanne würde das rund 400 Euro im Monat kosten.

"Ich will meinem Sohn nicht die Zukunft verbauen. Er soll in eine Schule gehen", sagt sie. Doch selbst mit noch mehr Arbeit könne sie diese zusätzliche Belastung nicht stemmen.

2.000 Euro Mehrkosten im Jahr

Susanne rechnet mittlerweile mit rund 2.000 Euro Mehrkosten pro Jahr durch die Teuerung. "Wo soll ich die hernehmen?", fragt sie.

"Ich will es alleine schaffen und bis jetzt ging es auch", sagt Susanne. Doch dafür muss sie auf vieles verzichten. "Ich will nur ein normales Leben. Nur eine Wohnung und für meinen Sohn sorgen."

Nach Jahren des Rechnens, Arbeitens und Verzichtens sagt die Alleinerzieherin nun: "Es reicht und es muss sich was ändern."

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.08.2026, 11:00
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