Jetzt greift Regierung durch

Kein Deutsch, Religion – so geht's im Klassenzimmer zu

Die Integrationsprobleme an Österreichs Schulen nehmen zu. Ministerin Bauer will Lehrern jetzt den Rücken stärken – mit Workshops und Seminaren.
Heute Politik
03.09.2026, 13:20
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Fehlende Deutschkenntnisse, religiöse Konflikte und problematische Geschlechterbilder bringen Lehrer an Österreichs Schulen zunehmend an ihre Grenzen.

Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) will Pädagogen deshalb künftig stärker unterstützen – mit eigenen Workshops, Seminaren und klaren Handlungsempfehlungen für schwierige Situationen im Klassenzimmer. Die Projekte sollen vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) erarbeitet werden.

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Probleme nehmen zu

"Es soll darum gehen, wie problematische Entwicklungen erkannt werden können. Es soll darum gehen, wie sie auch angesprochen werden können, wo Lehrkräfte Unterstützung bekommen, was ihre Rolle ist und umgekehrt auch nicht ihre Rolle ist", erläuterte Bauer nach einem Runden Tisch mit Pädagogen und Direktoren im Bundeskanzleramt.

Das sei der Beitrag, den ihr Ressort leisten könne, um Lehrkräfte und Schulleitungen bei diesem Problemfeld zu unterstützen. Die Workshops sollen dann sowohl online als auch in Präsenz zur Verfügung gestellt werden, und zwar in ganz Österreich, weil mittlerweile die Probleme nicht mehr nur auf einzelne Landeshauptstädte begrenzt seien, so Bauer.

"Lehrer sollen keine Polizisten sein"

Lehrerinnen und Lehrer könnten sich in vielen Schulen nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, sondern müssten fehlende Sprachkenntnisse ausgleichen oder kulturelle bzw. religiöse Konflikte lösen, argumentierte Bauer: "Wir dürfen aber Lehrkräfte mit dieser Verantwortung nicht alleine lassen."

Lehrer benötigten "klare Handlungsmöglichkeiten und auch unsere Rückendeckung, wenn es um ehrkulturellen Druck geht, wenn es um problematische Geschlechterbilder geht, wenn es um religiös begründete Konflikte geht", so Bauer. Sie sollten sich auf das Unterrichten konzentrieren können und keinesfalls zu Polizisten im Klassenzimmer werden.

Bauer wegen Kopftuch-Demo "irritiert"

"Irritiert" zeigte sich Bauer darüber, dass die SPÖ-Vorfeldorganisationen Sozialistische Jugend und die Roten Falken mit kommunistischen Jugendorganisationen und der Initiative "Schule brennt" zu einem "Schulstreik" gegen das nun geltende Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 aufgerufen haben.

"Anstatt sich dafür einzusetzen, dass Mädchen nicht unterdrückt werden, wird bei dieser Demonstration dazu aufgerufen, dass sich Kinder verschleiern", kritisierte Bauer. Dies sei mit ihrem Verständnis von Gleichberechtigung und "sichtbarem Aufwachsen" nicht vereinbar, betonte die Integrationsministerin.

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