Schon 376.000 ohne Arbeit

Job-Alarm: Immer mehr sind auf AMS-Geld angewiesen

Kein Ende der Krise: Laut aktuellen Zahlen des AMS sind mittlerweile fast 376.000 Menschen ohne Arbeit, fast 10.000 mehr als vor einem Jahr.
Team Wirtschaft
01.09.2026, 11:31
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Es sind bittere Zahlen, die das Arbeitsmarktservice (AMS) jetzt für den August präsentiert hat. Rechnet man die arbeitslos Gemeldeten und die Schulungsteilnehmer zusammen, waren mit Ende des Vormonats 375.730 Personen ohne regulären Job, 185.843 davon Frauen. Das bedeutet einen Anstieg von 2,3 Prozent bzw. 8.610 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Pensionsalter und Krisen-Branchen

Die Krise trifft die Geschlechter dabei völlig unterschiedlich. AMS-Vorständin Petra Draxl bringt das Problem auf den Punkt: "Im August erhöhte sich die Arbeitslosigkeit inklusive Schulungen um 2,3 Prozent. Wobei die Arbeitslosigkeit von Frauen um 5,8 Prozent stieg und jene der Männer mit -0,8 Prozent rückläufig ist".

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Ausgelöst werde diese unterschiedliche Entwicklung laut AMS-Chefin durch die Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für Frauen, aber auch durch die Tatsache, dass in typischen Frauenbranchen wie Gesundheit und Handel die Arbeitslosigkeit deutlich stärker steige.

Ein Blick auf die betroffenen Branchen bestätigt das. Vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen entpuppt sich mit einem Plus von 11,5 Prozent auf über 16.500 Jobsuchende als echtes Sorgenkind. Auch im Handel stiegen die Zahlen um 4,8 Prozent auf 56.169 Personen an, während die Arbeitslosigkeit bei Verkehr und Lagerei sogar leicht um 1,0 Prozent zurückging.

Plus von 10,6 Prozent bei Akademikern

Mit Problemen haben zunehmend auch die höher Gebildeten zu kämpfen. Während die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss um 1,7 Prozent sank, explodieren die Zahlen bei den Akademikern.

Mehr als 44.400 Personen mit Uni-Abschluss suchen aktuell Arbeit, was einem Plus von 10,6 Prozent entspricht. Aber auch Personen mit Lehrausbildung oder höherer Ausbildung sind mit einem Zuwachs von 4,8 bzw. 4,3 Prozent merklich von der Krise betroffen.

Ältere unter Druck, Entspannung bei Jungen

Wirft man einen Blick auf das Alter der Betroffenen, zeigt sich eine weitere Kluft. Für Jugendliche unter 25 Jahren hat sich die Lage minimal entspannt, hier gibt es einen leichten Rückgang der Jobsuchenden um 0,2 Prozent.

Dramatisch sieht es hingegen bei der Generation 50plus aus. In dieser Gruppe verzeichnet das AMS einen Zuwachs von 6,4 Prozent auf deutlich über 103.000 Betroffene. Auch die Haupt-Erwerbsgruppe zwischen 25 und 49 Jahren verzeichnet ein leichtes Plus von 1,2 Prozent.

Lichtblicke bei Integration und in Wien

Spannend ist zudem die Entwicklung bei der Herkunft. Die Zahl der arbeitslosen Inländer kletterte um 4,6 Prozent auf über 223.000 nach oben. Bei Personen ohne österreichischen Pass gab es hingegen insgesamt einen leichten Rückgang von 0,8 Prozent.

AMS-Chefin Draxl sieht hier äußerst positive Signale und verweist auf einen Rückgang bei Konventionsflüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten um beachtliche 15,7 Prozent. Dies sei "ein Zeichen, dass die Integration dieser Gruppe in den Arbeitsmarkt gelingt", so Draxl.

Auch regional gibt es laut der Vorständin einen klaren Ausreißer nach oben: "Wien ist mit einem Minus von 1,0 Prozent als einziges Bundesland rückläufig und Niederösterreich mit +6,7 Prozent am stärksten betroffen".

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