Gut zwei Monate nach Einführung der neuen EU-Gebühr auf Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten zeigt die Maßnahme messbare Wirkung.
Die Importe solcher Pakete sind in der EU um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen.
Seit 1. Juli 2026 erhebt die EU auf jede Produktkategorie in einem betroffenen Paket drei Euro pro Artikel. Die Regelung zielt vor allem auf chinesische Billig-Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress.
Besonders stark trifft es Temu, wie franceinfo berichtet. In Frankreich sank das Verkaufsvolumen zwischen Juni und Juli um 50 Prozent. AliExpress verzeichnete ein Minus von 37 Prozent, Shein von 15 Prozent.
Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Warenkörbe: Bei Temu um 30 Prozent, bei AliExpress um 27 Prozent. Offenbar kaufen Kunden seltener, aber dafür mehr auf einmal - vermutlich um die Abgabe zu umgehen.
Dass Shein vergleichsweise weniger stark einbricht, könnte an einem neuen Großlager in Polen liegen. Sendungen aus EU-Lagern unterliegen nicht der Importabgabe.
Ein Blick nach Großbritannien zeigt das Gegenteil: Dort legten die chinesischen Plattformen im Juli um fünf Prozent zu - während die EU-Importe einbrachen. Das Vereinigte Königreich ist nicht Teil des EU-Systems.
In 2025 waren rund 5,9 Milliarden Kleinsendungen auf den europäischen Markt gelangt - viermal mehr als noch 2022. Die Abgabe soll bis zur geplanten Reform des europäischen Zollsystems in zwei Jahren gelten. Ab November kommen zusätzliche Bearbeitungsgebühren hinzu.