Warnung vor Gift-Spielzeug

Staatssekretärin nimmt jetzt Temu und Shein ins Visier

Plattformen wie Shein oder Temu fluten Europa mit Billigware – oft voller Chemie. SP-Königsberger-Ludwig will nun gegen die Unternehmen vorgehen.
Lukas Leitner
28.11.2025, 16:13
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Black Friday, Cyber Monday und dann auch noch Weihnachten – Österreich befindet sich aktuell in einem regelrechten Shopping-Monat. In Europa rechnet man dabei erneut mit einem Rekord an Paketen aus Drittstaaten – vor allem von Plattformen wie Shein, Temu, AliExpress oder Fruugo, die mit Dauerschnäppchen und Extrem-Rabatten zum Kauf locken.

Doch gerade hier gilt es aufzupassen, denn Spielzeug und Kinderartikeln werden in allen Ländern gesundheitsgefährdende Stoffe, fehlende Warnhinweise oder gravierende Sicherheitsmängel festgestellt. Hierbei handelt es sich aber nicht um einzelne Fälle, wie jüngste Funde zeigen. Denn erst in der Vorwoche hat die französische Verbraucherschutzbehörde vergangene Woche 200.000 Shein-Pakete beschlagnahmt – 80 Prozent davon verstießen gegen EU-Sicherheitsstandards.

In Österreich fand Greenpeace zudem massive Mengen an verbotenen PFAS in Shein-Produkten – die den Grenzwert teilweise um das 3.269-Fache überschritten. Ein Zustand, den die Staatssekretärin für Konsumentenschutz Ulrike Königsberger-Ludwig nicht länger akzeptieren will. "Ich will nicht, dass Kinder mit Chemikalien belastetes Spielzeug unter dem Weihnachtsbaum finden, weil sich Unternehmen nicht an unsere Spielregeln halten", sagt sie gegenüber "Heute".

Klage eingereicht

Österreich hat hier bereits erste Schritte gesetzt und ist rechtlich gegen Temu vorgegangen. "Österreich hat bereits Klagen eingebracht – jetzt braucht es europäische Antworten, damit gefährliche Produkte gar nicht erst unter dem Weihnachtsbaum landen", so Königsberger-Ludwig.

Gemeinsames europäisches Vorgehen

Deshalb hat sich die Staatssekretärin gemeinsam mit dem französischen Handelsminister Serge Papin sowie Ressortkollegen aus Italien, Griechenland, Spanien, Portugal und Luxemburg abgestimmt. Die gemeinsame Einschätzung dabei ist klar: Es braucht ein abgestimmtes europäisches Vorgehen gegen Anbieter, die Schutzstandards systematisch umgehen und Konsumenten gefährden.

Denn "wenn ganze Paketsäle voller Ware beschlagnahmt werden müssen, zeigt das, wie systematisch diese Plattformen EU-Regeln umgehen", betont Königsberger Ludwig gegenüber "Heute".

Was es deshalb dringend benötige, seien eindeutige Haftungsregeln in ganz Europa, eine starke Marktaufsicht und bei wiederholten Verstößen auch die Möglichkeit einer Sperre. So könne die Sicherheit von Kindern und Konsumenten im Binnenmarkt jederzeit gewährleistet werden, erklärt die Staatssekretärin.

{title && {title} } LL, {title && {title} } Akt. 28.11.2025, 16:45, 28.11.2025, 16:13
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