Black Friday

Krise – Christkind besonders auf Schnäppchen angewiesen

Inflation, Krise, Rabatte: Heuer rechnen Experten mit Rekord-Ausgaben zum Black Friday. Zwei neue Online-Riesen mischen kräftig mit.
Michael Pollak
17.11.2025, 09:21
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Es sind harte Zeiten – vor allem für das Christkind. 85 Prozent der Menschen spüren die Teuerung in ihrem Alltag. Eine Konsequenz: Noch nie war die Schnäppchenjagd für Geschenke so benötigt wie heuer. Der Black Friday 2025 fällt mitten in diese Krise – und genau das kurbelt den Konsum kräftig an. Laut aktuellen Zahlen des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) werden 53 Prozent der Österreicher zwischen 16 und 74 Jahren, bei den Aktionstagen zuschlagen – sogar noch mehr als 2024 (52 %).

Dabei wird nicht nur gespart, sondern kräftig ausgegeben: Forscher rechnen heuer mit neuen Rekordausgaben von 530 Millionen Euro – ein Plus von acht Prozent. Und: Rund ein Drittel nutzt Black Friday gleich, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

Am liebsten shoppen die Jungen: 75 Prozent der 16- bis 24-Jährigen wollen Rabatte nutzen, bei den über 65-Jährigen sind es nur 28 Prozent. Gefragt ist vor allem Mode – noch vor Elektronik, Kosmetik und Kinderspielzeug.

Billigwaren aus China auf dem Vormarsch

Ganz anders als in den USA spielt der stationäre Handel in Österreich zu Black Friday kaum eine Rolle. Hierzulande dominiert das Online-Shopping: 46 Prozent kaufen heuer online ein, 42 Prozent davon auch bei Amazon. Doch Amazon bekommt Konkurrenz – vor allem aus Asien.

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Die Plattformen Temu und Shein steigen mit voller Kraft in den heimischen Markt ein. Temu wird laut Prognose seinen Käuferanteil von zehn auf 19 Prozent fast verdoppeln, Shein legt von sieben auf elf Prozent zu – und das noch bevor die EU-Zollfreigrenze für Billigimporte unter 150 Euro fällt.

Krise wird zum Kaufmotor

Die hohe Inflation, steigende Arbeitslosigkeit und immer mehr Insolvenzen führen dazu, dass Konsumentinnen und Konsumenten gezielt auf Aktionstage wie den Black Friday setzen.

Handelsexperte Ernst Gittenberger bringt es auf den Punkt: Internationale Online-Riesen wie Amazon, Temu oder Shein profitieren, der heimische Handel kämpft. Die Rabattschlacht sei längst zur Show der Großen geworden – in einem Markt, der sonst von Zurückhaltung geprägt ist.

Noch kritischer sieht es IHaM-Vorstand Christoph Teller: Die Rabattspirale sei ein falscher Freund. "Es geht nicht mehr darum, echte Bedürfnisse zu verstehen, sondern nur noch um das Räumen der Lager."

{title && {title} } POM, {title && {title} } Akt. 17.11.2025, 09:25, 17.11.2025, 09:21
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