Seit dem Amalgam-Verbot häufen sich Beschwerden über unklare Kosten beim Zahnarzt. Erst vor Kurzem erzählte ein Linzer, dass er für zwei einfache Füllungen plötzlich 240 Euro zahlen musste – ohne vorherige Aufklärung. Statt einer Rückerstattung bekam er von der ÖGK nur einen Bruchteil zurück.
Gerade für Menschen, die sowieso schon jeden Cent dreimal umdrehen müssen, ist die Situation heikel. Auch ein 61-Jähriger aus Oberösterreich erlebt gerade, wie schwierig Zahngesundheit geworden ist. Seit drei Jahren hat er seine Dritten – doch halten tun sie kaum. "Sobald ich in irgendwas reinbeiße, fallen die unteren heraus", erzählt er der Straßenzeitung "Kupfermuckn".
Die Kupfermuckn ist ein Kultur- und Beschäftigungsprojekt der Arge für Obdachlose. Über die Mitgestaltung und den Verkauf der Zeitung wird Wohnungslosen und in Armut lebenden Menschen ein Zuverdienst geboten. Seit mittlerweile fast 30 Jahren kommt der überwiegende Teil der Texte aus der Betroffenen-Redaktion.
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Die Prothese liegt daher meist zu Hause. Der Mann spricht ganz offen über die Gründe dafür: "Als Kind achtete ich noch darauf, saubere Zähne zu haben." Nach der Lehrzeit sei er weniger konsequent gewesen. "Ich begann dann zu trinken. Und dann war mir das nicht mehr so wichtig." Umso erstaunlicher findet er es heute, "dass ich überhaupt noch so lange Zeit Zähne hatte".
Jetzt spart er für Implantate – aber nicht in Österreich. In Ungarn, sagt er, seien die Kosten deutlich niedriger: "Die Implantate halten ewig und sie sind dort wesentlich billiger. Da geht es um ein paar tausend Euro weniger."
Hierzulande kann ein einzelnes Implantat mit Krone schon mehrere Tausend Euro kosten. Mit seiner Invalidenpension von 1.200 Euro im Monat sei auch der Preis in Ungarn schon ein "mühsames Unterfangen", sagt der 61-Jährige. "Ich spare schon seit eineinhalb Jahren. So wird es wohl nochmals so lange dauern, bis ich mir diese Behandlung leisten kann."