"Mühsames Unterfangen"

1.200 € Pension, aber Mann braucht dringend neue Zähne

Zum Zahnarzt gehen wird für viele immer mehr zum Luxus. Weil seine Prothese ständig herausfällt, spart ein 61-Jähriger jetzt für Implantate in Ungarn.
Oberösterreich Heute
17.11.2025, 04:00
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Seit dem Amalgam-Verbot häufen sich Beschwerden über unklare Kosten beim Zahnarzt. Erst vor Kurzem erzählte ein Linzer, dass er für zwei einfache Füllungen plötzlich 240 Euro zahlen musste – ohne vorherige Aufklärung. Statt einer Rückerstattung bekam er von der ÖGK nur einen Bruchteil zurück.

Prothese hält kaum

Gerade für Menschen, die sowieso schon jeden Cent dreimal umdrehen müssen, ist die Situation heikel. Auch ein 61-Jähriger aus Oberösterreich erlebt gerade, wie schwierig Zahngesundheit geworden ist. Seit drei Jahren hat er seine Dritten – doch halten tun sie kaum. "Sobald ich in irgendwas reinbeiße, fallen die unteren heraus", erzählt er der Straßenzeitung "Kupfermuckn".

Mehr als eine Zeitung

Die Kupfermuckn ist ein Kultur- und Beschäftigungsprojekt der Arge für Obdachlose. Über die Mitgestaltung und den Verkauf der Zeitung wird Wohnungslosen und in Armut lebenden Menschen ein Zuverdienst geboten. Seit mittlerweile fast 30 Jahren kommt der überwiegende Teil der Texte aus der Betroffenen-Redaktion.

So kann die Organisation unterstützt werden:

Spendenkonto: Arge für Obdachlose
IBAN: AT46 1860 0000 1063 5860
BIC: VKBLAT2L

Die Spende kommt ausschließlich sozial benachteiligten Menschen zugute.

"Da geht es um ein paar tausend Euro weniger"

Die Prothese liegt daher meist zu Hause. Der Mann spricht ganz offen über die Gründe dafür: "Als Kind achtete ich noch darauf, saubere Zähne zu haben." Nach der Lehrzeit sei er weniger konsequent gewesen. "Ich begann dann zu trinken. Und dann war mir das nicht mehr so wichtig." Umso erstaunlicher findet er es heute, "dass ich überhaupt noch so lange Zeit Zähne hatte".

Jetzt spart er für Implantate – aber nicht in Österreich. In Ungarn, sagt er, seien die Kosten deutlich niedriger: "Die Implantate halten ewig und sie sind dort wesentlich billiger. Da geht es um ein paar tausend Euro weniger."

Hierzulande kann ein einzelnes Implantat mit Krone schon mehrere Tausend Euro kosten. Mit seiner Invalidenpension von 1.200 Euro im Monat sei auch der Preis in Ungarn schon ein "mühsames Unterfangen", sagt der 61-Jährige. "Ich spare schon seit eineinhalb Jahren. So wird es wohl nochmals so lange dauern, bis ich mir diese Behandlung leisten kann."

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