Der neue Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer OÖ macht klar: Während manche Gemeinden beim Angebot für Familien top aufgestellt sind, hängen andere weit hinterher. Wie berichtet klaffen die Unterschiede besonders beim warmen Mittagessen für Kindergartenkinder weit auseinander.
Auf "Heute"-Anfrage konkretisiert die AK den Sachverhalt nun weiter: Demnach bieten insgesamt sogar 17 Gemeinden kein durchgehendes Mittagessen von Montag bis Donnerstag an.
Das heiße aber nicht automatisch, dass dort nie gekocht wird – in vielen Fällen gibt es ein bis drei Tage mit Verpflegung, meist dann, wenn auch eine Nachmittagsbetreuung läuft. Die Details zeigen, wie unterschiedlich die Situation ist.
Vier Kommunen haben wegen fehlender Betreuung am Nachmittag (ab 13 Uhr; Anm.) gar kein Mittagessen im Programm. Sechs Orte kochen an drei Tagen, weitere sechs an zwei Tagen pro Woche. Eine Gemeinde schafft zumindest einen warmen Tag – am einzigen Nachmittag, an dem dort überhaupt geöffnet ist.
Die AK prüft jedes Jahr Öffnungszeiten, Mittagessen und Schließtage – für Unter-Dreijährige, Kindergartenkinder und Volksschüler. Das Ergebnis: 42 Prozent der Gemeinden erreichen die Bestkategorie 1A, weitere 18,5 Prozent landen in Kategorie A. Doch es gibt auch Ausreißer nach unten: 2,1 Prozent befinden sich in Kategorie C, 1,4 Prozent sogar in der niedrigsten Bewertung D.
AK-Präsident Andreas Stangl findet klare Worte: Oberösterreich sei "nicht Kinderland Nummer eins, das ist ein Marketing-Schmäh" und hinke im Bundesvergleich hinterher. Viele Einrichtungen seien nicht so ausgebaut, dass Eltern Beruf und Familie wirklich vereinbaren könnten – was sich auch in der hohen Teilzeitquote der Frauen niederschlägt.
Auch im europäischen Vergleich hinkt Oberösterreich hinterher: Die sogenannten Barcelona-Ziele – 45 Prozent Betreuungsquote für Unter-Dreijährige und 96 Prozent für Drei- bis Sechsjährige – seien in weiter Ferne. Stangl fordert daher deutlich mehr Geld vom Land und eine Ausbildungsoffensive.