Rekordstrafe!

EU greift durch: AliExpress muss 550 Millionen zahlen

Wegen des Verkaufs illegaler und gefälschter Produkte muss die chinesische Online-Handelsplattform Aliexpress 550 Millionen Euro Strafe zahlen.
Newsdesk Heute
20.07.2026, 13:40
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Gefälschte Kleidung, unsicheres Spielzeug, gefährliche Kosmetika - Die Vorwürfe der Europäischen Kommission gegen den chinesischen Online-Handelsriesen AliExpress ist lang. Nachdem der Anbieter den Verkauf der illegalen Produkte wochenlang nicht eingestellt hatte, greift die EU nun durch.

Wie "ntv" berichtet, muss AliExpress 550 Millionen Euro zahlen - die bisher höchste unter dem Gesetz über digitale Dienste (DSA) verhängte Strafe gegen Online-Riesen. Der Jahresumsatz des Alibaba-Konzerns, zu dem AliExpress gehört, liegt laut EU-Kommission bei etwa 120 Milliarden Euro.

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Wegen des DSA müssen sich Online-Plattformen seit 2024 an deutlich strengere Regeln halten. Die Strafmaß umfasst Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des jeweiligen Konzerns. Vor diesem Hintergrund ist AliExpress verhältnismäßig billig weggekommen - laut einer EU-Beamtin liegt die verhängte Rekord-Strafe immer noch weit unter der möglichen Höchststrafe von über sieben Milliarden Euro.

Ausbleibende Maßnahmen

Das EU-Verfahren gegen AliExpress läuft seit März 2024 - bis in den Sommer 2025 seien wiederholt Verstöße gegen das DSA festgestellt worden, heißt es in einer AFP-Aussendung. Von einer "systematischen Ermittlung" spricht EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen - und fordert AliExpress dazu auf, "entsprechende Maßnahmen zu ergreifen".

Die EU wirft der Handelsplattform unter anderem vor, nicht genug Personal für die Kontrolle der angebotenen Produkte zu beschäftigen. Häufig hätten Kontrolleure nur zehn bis 20 Sekunden Zeit, um Produkte zu überprüfen. Diese Verfehlungen hätten dazu geführt, dass Nutzern aus der EU "fast 15 Millionen verbotener Produkte" auf der Plattform angeboten wurden - teils wurden diese auch noch aktiv empfohlen und beworben.

Bereits vor zwei Monaten ist es zu einem ähnlichen Verfahren gegen das chinesische Online-Handelsunternehmen Temu gekommen, das ebenfalls zu einer Strafe von rund 200 Millionen Euro verurteilt wurde. Aliexpress hat nun bis zum 20. Oktober Zeit, um einen Maßnahmenplan vorzulegen - bei Nichtbefolgung der EU-Vorgaben drohen weitere Strafzahlungen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.07.2026, 13:40