Haushalte in Deutschland greifen für ihren Strom so tief in die Tasche wie fast nirgendwo sonst in Europa. Eine aktuelle Auswertung des Energiedienstleisters 1komma5 Grad zeigt: Im Schnitt zahlen die Menschen dort satte 39 Cent pro Kilowattstunde.
Damit liegt Deutschland knapp hinter Irland, wo der Preis bei rund 40 Cent liegt. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt bei nur 29 Cent - also rund ein Drittel weniger. Für Familien mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden macht das eine Mehrbelastung von etwa 500 Euro im Jahr aus.
Wie es bei chip.de heißt, sind vor allem zwei Faktoren schuld an den hohen Preisen: Netzentgelte und Steuern. Ohne diese Abgaben würde der Strompreis in Deutschland bei nur 26 Cent liegen.
Besonders günstig kommen Haushalte in Ungarn weg - dort kostet die Kilowattstunde nur 11 Cent. Malta liegt bei 13 Cent, Bulgarien bei 14 Cent. Österreich rangiert mit 33 Cent pro Kilowattstunde im oberen Mittelfeld.
Der hohe Preis hat nicht nur mit den Abgaben zu tun. Auch das sogenannte Merit-Order-Prinzip spielt eine Rolle: Der Strompreis richtet sich immer nach dem teuersten Kraftwerk, das gerade läuft - meist Gas- oder Kohlekraftwerke. Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne drücken den Preis zwar, aber bei Engpässen müssen fossile Kraftwerke einspringen.
Firmengründer Jannik Schall sieht eine Lösung: "Um den Strompreis in Deutschland dauerhaft zu senken, braucht es mehr erneuerbare Energieerzeugung." Auch bessere Speicher und Netzflexibilität könnten helfen. Eine Studie kam zum Schluss, dass Endverbraucher bis zu 1.200 Euro im Jahr sparen könnten.