Wer gerne bei chinesischen Online-Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress bestellt, muss sich ab 1. Juli 2026 auf höhere Kosten einstellen. Die EU führt für Kleinsendungen aus Nicht-EU-Ländern eine neue Zoll-Pauschale ein.
Die bisherige Zollfreiheit für Pakete unter 150 Euro Warenwert entfällt. Stattdessen wird künftig ein pauschaler Zoll von 3 Euro erhoben – und zwar nicht pro Paket, sondern pro Warenkategorie.
Wie utopia.de berichtet, kann das bei gemischten Bestellungen schnell teuer werden. Ein Beispiel: Wer ein Kleid, eine Handyhülle, eine Halskette, einen Lippenstift und ein Spielzeug bestellt, zahlt gleich 15 Euro Zoll-Pauschale – denn es sind fünf verschiedene Warenkategorien.
Die EU-Kommission begründet die Reform mit der enormen Menge an Kleinsendungen. Allein 2024 wurden rund 4,6 Milliarden Pakete mit geringem Wert in die EU eingeführt – etwa 12 Millionen pro Tag. Rund 91 Prozent stammten aus China.
Ziel der neuen Abgabe sind faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Händler und bessere Kontrollen bei der Einfuhr. Die Pauschale ist als Übergangslösung gedacht und soll bis Juli 2028 gelten.
Zur 3-Euro-Pauschale können weitere Kosten dazukommen: die Einfuhrumsatzsteuer von meist 19 Prozent sowie Servicegebühren der Paketdienste. DHL und Deutsche Post verlangen aktuell eine Auslagepauschale von 7,50 Euro pro Sendung.
Ein Tipp für Schnäppchenjäger: Achte beim Checkout auf Hinweise wie "inklusive Steuern und Abgaben" oder "Import duties included". Fehlen diese Angaben, musst du mit Nachforderungen beim Paketboten rechnen.
Wer Zusatzkosten vermeiden will, sollte auf "Versand aus EU-Lager" achten – aber nur, wenn die Sendungsverfolgung tatsächlich in einem EU-Land startet und nicht in Shenzhen.