Wer bei Temu, Shein oder AliExpress bestellt, zahlt meist deutlich weniger als bei heimischen Händlern. Das liegt nicht nur an den Billigpreisen, sondern auch daran, dass bisher auf Pakete unter 150 Euro keine Zölle fällig wurden.
Diese Zeiten sind bald vorbei. Die EU hat beschlossen, ab Juli 2026 auf sämtliche Importe aus Drittstaaten Zoll zu erheben – unabhängig vom Warenwert.
Konkret bedeutet das, wie inside-digital.de berichtet: Drei Euro Zusatz-Zoll pro Artikel. Wer also ein T-Shirt für wenige Euro bei Temu bestellt, zahlt künftig drei Euro extra. Bei zwei Artikeln sind es sechs Euro, bei drei Artikeln neun Euro – und so weiter.
Die EU begründet die neue Abgabe mit weit verbreitetem Betrug: Bei geschätzten 65 Prozent aller Sendungen aus China wird ein falscher Warenwert angegeben, um Zölle zu umgehen. Das ist nicht nur unfair gegenüber europäischen Händlern, sondern auch Steuerbetrug.
Die Einnahmen aus dem neuen Zoll fließen in den EU-Haushalt sowie in die Kassen der Mitgliedstaaten. Ziel ist es, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen und den lokalen Handel zu schützen.
Das Ausmaß des Problems ist gewaltig: Täglich erreichen Hunderttausende Billig-Pakete aus China die EU. Allein in Deutschland sollen dadurch bereits über 40.000 Arbeitsplätze im Einzelhandel verloren gegangen sein.
Die Plattformen selbst sollen künftig die Zollabwicklung übernehmen und die Gebühren direkt bei der Lieferung kassieren. Für Schnäppchenjäger bedeutet das: Billige Mode, Deko und Technik aus Fernost werden deutlich weniger attraktiv.