Fast eine halbe Million Pakete von Temu und Shein landen jeden Tag allein in Deutschland. EU-weit waren es im Vorjahr sogar zwölf Millionen täglich. Was für Schnäppchenjäger verlockend klingt, hat verheerende Folgen für den heimischen Handel.
Der deutsche Handelsverband (HDE) hat nun massive Schäden durch den "unfairen Wettbewerb" der asiatischen Online-Riesen beklagt. "Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware auf unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins", erklärte HDE-Präsident Alexander von Preen.
Die Zahlen sind alarmierend: Laut einer Studie gehen der deutschen Wirtschaft jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren - 1,3 Milliarden davon allein im Einzelhandel. Auch der Staat leidet: 429 Millionen Euro an Steuereinnahmen entgehen Bund, Ländern und Kommunen pro Jahr.
Besonders bitter: Durch den unfairen Wettbewerb fallen über 40.000 Arbeitsplätze weg, davon 28.300 allein im Einzelhandel. Während heimische Händler streng kontrolliert würden und sich an alle Gesetze hielten, verstießen Temu und Shein gegen "zahlreiche EU-Regeln", so der Verband.
Der HDE fordert daher mehr Kontrolldruck durch den Zoll. Außerdem müssten Plattformen aus Drittstaaten einen erreichbaren Vertreter innerhalb der EU haben, "damit bei Verstößen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann".