Manipulativ und Irreführend

Temu unter Behörden-Druck: Mehrere Vorwürfe bestätigt

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat die Onlineplattform Temu ins Visier genommen und bestätigt mehrere der vorgebrachten Vorwürfe.
Newsdesk Heute
13.03.2026, 13:06
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Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat eine Prüfung der chinesischen Onlineplattform Temu abgeschlossen. Anlass war eine umfangreiche Beschwerde des Handelsverbands wegen möglicher Verstöße gegen den unlauteren Wettbewerb. Nun hat die Behörde dazu einen Fallbericht veröffentlicht.

Die Beschwerde ging im August 2024 bei der BWB ein. Darin wurden mehrere Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) auf der Plattform vorgebracht. Die Wettbewerbsbehörde nahm daraufhin Ermittlungen im Rahmen ihrer Zuständigkeit auf.

Drei Vorwürfe bestätigt

Die Vorwürfe "Manipulative Geschäftspraktiken", "Vorgetäuschte Warenknappheit" und "Irreführende Darstellung von Werbebildern und Produktbeschreibungen" wurden von der BWB bestätigt.

Folgende Verstöße wurden bei der Bundeswettbewerbsbehörde vorgebracht.
Bundeswettbewerbsbehörde

Temu richtet Task Force ein

Im Zuge der Prüfung konfrontierte die BWB Temu mit den beanstandeten Punkten. Das Unternehmen leitete daraufhin eine interne Untersuchung ein und entfernte laut Behörde jene Praktiken, die als problematisch identifiziert worden waren.

Nach einer Abmahnung durch die BWB setzte Temu zudem zusätzliche Maßnahmen, um irreführende Geschäftspraktiken von Händlern auf der Plattform künftig zu verhindern. Dazu gehören unter anderem eine Task Force, die die meistverkauften Artikel auf der österreichischen Website umfassend überprüft, sowie ein neuer Mechanismus zur Erkennung und Behebung möglicher Verstöße.

Ziel dieser Schritte sei es, Verbraucher nicht durch falsche oder missverständliche Produktbeschreibungen zu täuschen.

Die Wettbewerbsbehörde betont allerdings, dass sie den Markt weiterhin beobachten werde. Sollten erneut unlautere Geschäftspraktiken auftreten, behält sich die BWB weitere Schritte vor.

Wirtschaftsminister begrüßt Vorgehen

Aus dem Wirtschaftsministerium kommt Unterstützung für das Vorgehen der Behörde. "Der Bericht der Bundeswettbewerbsbehörde zeigt, wie wichtig konsequentes Vorgehen gegen irreführende Geschäftspraktiken im Onlinehandel ist. Gerade internationale Plattformen müssen sich an dieselben Regeln halten wie unsere heimischen Händler. Österreich darf kein Ausweichmarkt für Billigware und unlautere Wettbewerbsvorteile werden – unsere Betriebe schaffen Arbeitsplätze, zahlen Steuern und verdienen faire Wettbewerbsbedingungen", erklärt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).

Und weiter: "Gleichzeitig zeigt der Fall auch: Wir haben in Österreich eine schlagkräftige Wettbewerbsbehörde und geeignete Mittel, um gegen unlauteren Wettbewerb konsequent vorzugehen."

Auch der Handelsverband begrüßt den Erfolg gegen die Onlineplattform. "Der Bericht der BWB zeigt schwarz auf weiß, dass das Einschreiten des Handelsverbands und der Bundeswettbewerbsbehörde Wirkung gezeigt hat. Temu hat drei unlautere Praktiken auf seiner Plattform eingestellt. Das ist ein wichtiger Meilenstein in Richtung eines echten Level-Playing-Field. Unser besonderer Dank gilt der BWB, die sich intensiv mit den von uns verorteten Verstößen befasst und für Abhilfe gesorgt hat", so Handelsverband-Geschäftsführer und Beschwerdeführer Rainer Will.

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