Online-Shopper aufgepasst: Die EU führt ab Juli eine neue Abgabe in Höhe von drei Euro für jedes aus Drittstaaten eingeführte Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro ein. Damit soll der bisherigen Zollfreigrenze ein Ende gesetzt werden.
Doch das ist noch nicht alles. Ab 1. November kommt eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr für alle im Internet bestellten und in die EU eingeführten Produkte hinzu. Darauf haben sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Länder in Brüssel geeinigt.
Laut NTV muss die genaue Höhe dieser Gebühr noch von der EU-Kommission festgelegt werden. Mit der Abgabe sollen die steigenden Kosten durch die wachsende Zahl kleiner Sendungen aus dem Online-Handel gedeckt werden – etwa für Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr.
Die neuen Regeln sind aber nur ein Zwischenschritt. Ab 2028 sollen alle in die EU importierten Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig sein, sobald eine neue digitale Plattform zur Abwicklung und Kontrolle an den Start geht. Damit will die EU gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Händler schaffen.
Betroffen sind vor allem Online-Händler wie Shein, Temu, AliExpress oder auch Amazon. Der Online-Handel hat in den vergangenen Jahren zu einem enormen Anstieg bei Paketsendungen geführt. Laut EU-Kommission kamen 2024 täglich rund zwölf Millionen Pakete in der EU an.
Die beiden chinesischen Anbieter Temu und Shein stehen schon länger in der Kritik. Politiker, Handelsvertreter und Verbraucherschützer bemängeln unter anderem schlechte Produktqualität, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen gegenüber heimischen Händlern.
Ob die günstigen Produkte durch die neuen Abgaben tatsächlich teurer werden, ist noch unklar. Theoretisch könnten auch die Produzenten oder Importeure die Mehrkosten übernehmen.