Nach VKI-Klage

Neue Regeln für China-Shop Temu bei Erotik und Waffen

Vergleich nach  VKI-Klage im Auftrag des Sozialministeriums verpflichtet Online-Plattform Temu in Österreich zu Alterskontrollen und mehr Transparenz.
Angela Sellner
23.03.2026, 06:00
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Erfolg für Österreich gegen die chinesische Billig-Plattform Temu: Der Online-Riese muss nach einer Klage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag des Sozial- und Konsumentenschutzministeriums mehrere Änderungen umsetzen.

Der gerichtliche Vergleich mit dem Betreiber Whaleco Technology Ltd wurde am 20. März 2026 abgeschlossen und ist rechtskräftig.

„Wer in Europa Geschäfte macht, muss sich auch an europäische Regeln halten. Internationale Onlineplattformen können sich nicht die Rosinen herauspicken.“
Ulrike Königsberger-LudwigKonsumentenschutz-Staatssekretärin (SPÖ)

Im Mittelpunkt stehen strengere Regeln für den Schutz von Minderjährigen und mehr Klarheit bei den Algorithmen der Plattform. So muss Temu künftig den Zugang zu nicht kindgerechten Produktkategorien einschränken.

Konsumentenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) erklärt gegenüber "Heute": "Wer in Europa Geschäfte macht, muss sich auch an europäische Regeln halten. Internationale Online-Plattformen können sich nicht die Rosinen herauspicken."

Alterskontrolle für Erotikartikel

Für Erotikartikel wird eine verpflichtende Alterskontrolle eingeführt. Dasselbe gilt auch für den Kauf bestimmter gefährlicher Produkte wie Messer, Sägen oder Armbrüste.

"Damit wird die Plattform klar in die Verantwortung genommen - besonders, wenn es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen geht", so Königsberger-Ludwig.

Auch bei personalisierten Empfehlungen muss Temu nachschärfen. Nutzer sollen einzelne Arten von Produktempfehlungen oder Werbung abschalten können. Zusätzlich muss es eine zentrale Möglichkeit geben, alle personalisierten Empfehlersysteme mit einem Schritt zu deaktivieren.

Mehr Transparenz

Ein weiterer Punkt betrifft die bisher wenig durchschaubaren Abläufe auf der Plattform. Temu muss in Zukunft offenlegen, nach welchen Kriterien Produkte, Werbeaktionen oder Bewertungen gereiht und empfohlen werden. Dazu gehören die wichtigsten Einflussfaktoren der Algorithmen, ihre Gewichtung und die Rolle von Nutzerdaten. Diese Informationen müssen leicht verständlich sein und direkt von der Suchergebnisseite aus abrufbar werden.

"Klare Spielregeln"

Königsberger-Ludwig sieht darin ein wichtiges Signal: "Der Vergleich mit Temu zeigt: Klare Spielregeln gelten auch im digitalen Raum." Gerade bei Plattformen mit Millionen Nutzern brauche es Transparenz und am Ende auch Verantwortung für die angebotenen Produkte.

„Der Fall zeigt, dass bestehende europäische Vorgaben auch gegenüber großen internationalen Plattformen durchgesetzt werden können.“
Ulrike Königsberger-LudwigKonsumentenschutz-Staatssekretärin (SPÖ)

"Der Fall zeigt, dass bestehende europäische Vorgaben auch gegenüber großen internationalen Plattformen durchgesetzt werden können. Es geht darum, nachvollziehbare Rahmenbedingungen zu schaffen und die Verantwortung entlang digitaler Geschäftsmodelle klar zu regeln", so Königsberger-Ludwig.

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