Die EU-Kommission leitet ein Verfahren gegen den chinesischen Online-Händler Shein ein – es bestehe der Verdacht, das Unternehmen tue nicht genug gegen den Vertrieb illegaler Produkte auf seiner Plattform.
Tatsächlich konnten Kunden bei Shein zwischenzeitlich etwa kindliche Sexpuppen kaufen, auch Waffen und rezeptpflichtige Medikamente waren im Angebot.
Prüfen will Brüssel unter Verbraucherschutzaspekten darüber hinaus auch Punkte- und Belohnungssysteme auf der Plattform.
Konsumentenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) hat Shein bereits seit Längerem im Visier und begrüßt, dass die EU aktiv wird: "Wir haben gemeinsam mit unseren europäischen Partnern lange Druck gemacht – jetzt zahlt sich das aus. Klar ist: Dauerhafte Lösungen gibt es nur auf europäischer Ebene", sagt sie zu "Heute".
„Konsumenten- und Jugendschutz sind keine freiwillige Serviceleistung.“Ulrike Königsberger-LudwigKonsumentenschutz-Staatssekretärin (SPÖ)
Wenn auf einer Plattform kindlich aussehende Sexpuppen, Waffen oder Medikamente verkauft werden, sei das kein Ausrutscher, sondern ein massives Systemproblem: "Konsumenten- und Jugendschutz sind keine freiwillige Serviceleistung", hält Königsberger-Ludwig fest.
Die Staatssekretärin erwartet von der EU-Kommission, "dass jetzt konsequent durchgegriffen wird – mit spürbaren, abschreckenden Strafen bei Verstößen".
Klar ist für Königsberger-Ludwig auch: "Wir brauchen echte Plattformhaftung." Wer Milliarden verdiene und an jedem Verkauf mitkassiere, trage auch Verantwortung, erklärt sie in Richtung der im Visier stehenden Online-Shops: "Wer in Europa Geschäfte machen will, muss sich an unsere Regeln halten. Ohne Wenn und Aber.“
Der Online-Riese Shein kündigte indes an, bei dem Verfahren mit der EU-Kommission zusammenarbeiten zu wollen.