Er übernahm die Bundesregierung in schwierigen Zeiten: Karl Nehammer folgte im Dezember 2021 auf Sebastian Kurz. Der vormalige Innenminister musste die Republik nun durch die Corona-Pandemie führen und sah sich nur zwei Monate später mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine konfrontiert. Plötzlich herrschte wenige Hundert Kilometer von Wien entfernt wieder Krieg.
Etwas mehr als drei Jahre stand er an den Spitzen von Regierung und Partei. Als die Koalitionsverhandlungen mit SPÖ und Neos scheiterten, zog er den Schlussstrich. Sein Nachfolger wurde Christian Stocker, der erst mit der FPÖ, und dann doch noch erfolgreich eine Koalition mit Rot und Pink auf die Reihe stellte.
Nehammer gründete unterdessen schon bald nach seinem Polit-Ausstieg eine Beratungsfirma und wurde schließlich vom neuen Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) für einen Direktoriumsposten bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) nominiert, wo er im September vergangenen Jahres als Vizedirektor einstieg.
Als dieser gab er dieser Tage sein erstes Interview, legte dort insbesondere dar, wie die Ukraine wiederaufgebaut werden soll. Doch noch ein anderer Aspekt überraschte: die optische Veränderung des Ex-Kanzlers.
Jahrelang stets glattrasiert, zeigt sich Nehammer jetzt mit sattem, grau-schwarzen Vollbart, der am Kinn schon beinahe die zwei Zentimeter knackt. Die neue Aufgabe dürfte ihm seinem Gesichtsausdruck zufolge jedenfalls ordentlich Freude bereiten – und da passt auch die Typveränderung bestens dazu.