Während Ärzte Alarm schlagen, bemüht sich das Gesundheitsministerium um Beruhigung: Beim kostenlosen Gürtelrose-Impfprogramm soll es bald deutlich mehr Dosen geben. Auch bei Lieferengpässen von Medikamenten gibt die Regierung Entwarnung.
Auslöser der aktuellen Diskussion ist die Kritik der Wiener Ärztekammer. Sie bemängelt, dass Impfdosen gegen Gürtelrose derzeit nicht verfügbar seien. Die Immunisierung ist seit November für Menschen ab 60 Jahren sowie für Risikogruppen kostenlos – entsprechend groß ist die Nachfrage.
Im Gesundheitsministerium verweist man darauf, dass bereits rund 400.000 Dosen bereitgestellt worden seien. Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) kündigt weiteren Nachschub an: "Spätestens bis Anfang Mai kommen mindestens 200.000 Dosen dazu." Ihr klares Versprechen: "Jeder, der die Impfung will, bekommt sie."
Dass es aktuell zu Wartezeiten kommt, führt die Staatssekretärin auf das enorme Interesse zurück. Das kostenlose Impfprogramm werde so stark genutzt wie noch nie. "Das ist ein entscheidender Schritt gegen die Zweiklassenmedizin", so die Staatssekretärin.
Parallel dazu sorgt eine weitere Meldung für Verunsicherung: Laut dem Verband der Arzneimittel-Großhändler Phago gibt es derzeit bei rund 1.300 Medikamenten Probleme mit dem Nachschub. Betroffen seien unter anderem Diabetes-Medikamente und antibiotische Augentropfen.
Aus dem Gesundheitsministerium heißt es dazu, dass Lieferverzögerungen teils nur einzelne Marken betreffen. Fehle ein bestimmtes Produkt, bedeute das nicht automatisch, dass der entsprechende Wirkstoff generell nicht verfügbar sei.
Patienten könnten in solchen Fällen auf Präparate anderer Hersteller ausweichen. Diese seien "mit gleichem Wirkstoff, gleicher Dosierung", so Königsberger-Ludwig. Ihre Botschaft ist eindeutig: "Niemand muss sich sorgen. Medizinische Versorgung und nötige Therapien sind gesichert."