Grippe-Höhepunkt erreicht

Neue Viren – jetzt droht die nächste Welle

Der erste Höhepunkt der Grippewelle ist überschritten, doch eine Mischung aus verschiedenen Viren könnte bereits für die nächste Welle sorgen.
Heute Life
27.01.2026, 08:38
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Die diesjährige Grippesaison in Österreich hat ihren ersten Höhepunkt überschritten. Nach Daten des Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich (DINÖ) wurde der Gipfel der Grippewelle rund um den Jahreswechsel erreicht. In den darauffolgenden Wochen zeigte sich insgesamt eine stabile Plateauphase.

Auch aktuelle Einschätzungen aus dem heimischen Gesundheitswesen bestätigen diese Entwicklung. "Die vergangene Kalenderwoche zeigt sinkende Zahlen der Krankenstände bei grippalen Infekten, der echten Grippe als auch bei Covid. Der Höhepunkt der Grippewelle ist überschritten", erklärt Dr. Andreas Krauter, Chefarzt der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).

Neue Viren nehmen Fahrt auf

Das Infektionsgeschehen wird weiterhin klar von Influenza A dominiert. Laut DINÖ überwiegt nach wie vor der Subtyp A(H3N2), auch wenn dessen Dominanz gegenüber A(H1N1)pdm09 zuletzt etwas zurückging. Die Virologin Judith Aberle von der MedUni Wien spricht aktuell von einer Variantenverteilung von etwa 70 zu 30 zugunsten von H3N2. Auffällig ist zudem, dass bislang kaum Influenza-B-Viren nachgewiesen wurden – ein Umstand, der ein genaues Monitoring der kommenden Wochen erforderlich macht.

Davor warnt auch Krauter und empfiehlt weiterhin die kostenlose Grippeimpfung in Anspruch zu nehmen, um sich zu schützen. "Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass in dieser Saison mit einem weiteren Anstieg zu rechnen ist."

„Im Vergleich zur Vorwoche wurden vermehrt Infektionen mit RSV und Adenoviren registriert.“
Judith AberleMedUni Wien

Gleichzeitig nehmen andere Atemwegsviren stärker zu - und könnten für die nächste Welle sorgen: "Im Vergleich zur Vorwoche wurden vermehrt Infektionen mit RSV und Adenoviren registriert", so Aberle. Die Fälle des lebensbedrohlichen Humane Respiratorische Synzytial-Virus haben sich zuletzt gar verdoppelt. Ein Anstieg, der sich auch bei den Hospitalisierungen zeigt. In der ersten Jännerwoche 2026 wurden 63 Patienten mit RSV auf Normalstationen und vier weitere Fälle auf Intensivstationen aufgenommen – darunter hauptsächlich Kinder unter 4 Jahren.

Gefährlich für Säuglinge und Kleinkinder

RSV-Erkrankungen zeigen oft nur leichte Symptome oder bleiben sogar unbemerkt, können jedoch insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern ernsthafte Atemwegserkrankungen auslösen. Die Bandbreite der Anzeichen reicht von Husten, Schnupfen und Fieber bis hin zu ausgeprägten Atemproblemen bei sehr jungen Kindern. Da eine durchgemachte Infektion keinen dauerhaften Schutz bietet und erneute Ansteckungen möglich sind, kommt vorbeugenden Maßnahmen weiterhin große Bedeutung zu. Dazu zählen vor allem konsequente Hygiene, regelmäßiges Händewaschen, gutes Lüften von Innenräumen sowie ein achtsamer Umgang mit erkälteten Personen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 27.01.2026, 11:45, 27.01.2026, 08:38
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