Treffen mit US-Botschafter

"Bringt niemandem etwas" – Minister mit Zoll-Ansage

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer hat den neuen US-Botschafter zu einem ersten Treffen empfangen. Im Mittelpunkt stand die aktuelle Zolldebatte.
Newsdesk Heute
16.02.2026, 16:35
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Beim Antrittsbesuch des neuen US-Botschafters Arthur Graham Fisher bei Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) war die Zolldebatte zwischen den USA und Europa zentrales Thema. Im Fokus des Treffens standen die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sowie aktuelle handelspolitische Entwicklungen.

Hattmannsdorfer machte dabei deutlich, wie wichtig stabile Handelsbeziehungen für beide Seiten sind. "Ein Zollkrieg bringt niemandem etwas. Die Vereinigten Staaten sind für Österreich ein bedeutender strategischer Wirtschaftspartner und nach Deutschland unser zweitwichtigster Exportmarkt. Gerade in herausfordernden Zeiten gilt: Wir brauchen mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit, nicht weniger", betonte der Minister. "Offene Märkte, faire Wettbewerbsbedingungen und Planbarkeit sind die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung – auf beiden Seiten des Atlantiks."

Debatte um Stahl- und Aluminiumzölle

Vor dem Hintergrund jüngster Berichte über eine mögliche Überprüfung oder gezielte Rücknahme einzelner US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte verwies Hattmannsdorfer auf die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen. Die Diskussionen in den USA – auch im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf Verbraucherpreise und Lieferketten – zeigten, wie weitreichend handelspolitische Entscheidungen sein können.

"Zölle und Handelsbarrieren sind kein Instrument für Aufschwung. Sie verteuern Investitionen, schwächen Lieferketten und können letztlich auch Konsumenten belasten. Unser gemeinsames Ziel muss fairer Marktzugang, Planbarkeit und ein regelbasierter internationaler Handel sein", so der Minister.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer(ÖVP) hat den US-Botschafter Arthur Graham Fisher zu seinem Antrittsbesuch empfangen.
Enzo Holey

Rückgang bei Exporten

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und den USA sind eng verflochten. Von Jänner bis November 2025 beliefen sich die österreichischen Warenexporte in die Vereinigten Staaten auf 11,85 Milliarden Euro – ein Rückgang von 21,4 Prozent, unter anderem infolge neuer Zollmaßnahmen.

Mit einem Anteil von 6,8 Prozent sind die USA die zweitwichtigste Exportdestination Österreichs. Österreichische Direktinvestitionen in den Vereinigten Staaten betragen 23,9 Milliarden Euro und sichern dort mehr als 70.000 Arbeitsplätze. Umgekehrt beschäftigen US-Unternehmen in Österreich rund 18.870 Mitarbeiter, die USA sind zudem der viertgrößte Investor im Land.

Industriestrategie 2035

Hattmannsdorfer verwies in diesem Zusammenhang auf die Industriestrategie 2035, mit der Österreich auf Wettbewerbsfähigkeit, wirtschaftliche Resilienz und Innovationskraft setze. Zugleich bekannte er sich zu einer engen Abstimmung mit den USA, etwa bei Energiefragen, Zukunftstechnologien und Exportkontrollen.

"Österreich steht für Verlässlichkeit, Qualität und langfristige Partnerschaften. Wenn wir auf Offenheit, faire Wettbewerbsbedingungen und gegenseitiges Vertrauen setzen, stärken wir unsere Wirtschaftsbeziehungen und schaffen die Grundlage für nachhaltigen Aufschwung für alle Beteiligten", so Hattmannsdorfer abschließend.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.02.2026, 16:35
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