Vorteile für Österreich

EU-Abkommen mit Indien – Minister sieht "große Chance"

Der Deal ist beschlossen! Die EU und Indien haben sich auf ein Zollabkommen geeinigt. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer sieht darin Vorteile.
Newsdesk Heute
27.01.2026, 14:31
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Als "Mutter aller Deals" bezeichnete der indische Premierminister Narendra Modi am Dienstag das Abkommen mit der EU. Fast zwei Jahrzehnte hatte man diesbezüglich verhandelt, nun ist es fix! Indien öffnet seinen bisher stark abgeschotteten Markt für EU-Unternehmen.

Noch im Laufe des Tages will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Details dazu vorstellen. In Kraft treten soll der Deal dann noch im Laufe des Jahres. Konkret wird Indien die Zölle für viele Importe aus der EU auf null Prozent senken – allen voran Autos, einige Lebensmittel und Chemikalien. Auch in der österreichischen Regierung ist die Freude groß.

Wichtige Rohstoffe

Laut Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) wird durch den nunmehrigen Deal die Diversifizierung weiter vorangetrieben. Damit stärke man die Widerstandsfähigkeit von Liefer- und Wertschöpfungsketten. Dies würde sich auch mit den Maßnahmen 82, 84 und 86 der Industriestrategie der österreichischen Bundesregierung decken.

Hattmannsdorfer hält fest, dass man angesichts der immer unsichereren und unberechenbareren Weltlage den Wohlstand nicht an einen einzigen Handelspartner ketten dürfte. "Indien steht für mehr als 1,4 Milliarden Menschen und rund 6,5 Prozent Wachstum – und damit für einen der größten Zukunftsmärkte der Welt", betont Hattmannsdorfer.

Auch für Österreich würden sich dadurch Vorteile ergeben. So verfüge Indien über für Österreich wichtige Vorkommen kritischer Rohstoffe. Als Beispiel nennt der Wirtschaftsminister Kupfer, Kobalt, Graphit und Lithium.

"Große Chance" für Maschinenindustrie

Zudem erklärt Hattmannsdorfer, dass Österreichs Exporte nach Indien in den vergangenen zehn Jahren um rund 120 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gestiegen seien. "Bereits in den ersten zehn Monaten 2025 erhöhten sich die Ausfuhren nach Indien um 13 Prozent beziehungsweise um mehr als 140 Millionen Euro", so der Wirtschaftsminister.

Hier sieht Hattmannsdorfer ein weiteres Wachstumspotenzial. Dabei bezieht er sich auf eine Analyse des International Trade Center (ITC). Demnach liege das zusätzlich realisierbare Exportpotenzial bei 1,1 Milliarden Euro. Eine "besonders große Chance" würden hier die heimischen Maschinenbauer sowie die Chemieindustrie haben.

Tempo bei weiteren Deals gefordert

Hattmannsdorfer zufolge sei Indien auf der EU-Ebene der neuntgrößte Handelspartner. Alleine im Jahr 2024 wären 2,4 Prozent des gesamten EU-Warenhandels auf Indien entfallen. Der Dienstleistungshandel zwischen der EU und Indien sei zwischen 2020 und 2023 von 30,4 Milliarden Euro auf 59,7 Milliarden Euro gestiegen. 2024 hätten sich die EU-Exporte nach Indien auf 75 Milliarden Euro belaufen. Damit seien rund 800.000 Arbeitsplätze in der EU gesichert worden.

Aus all diesen Gründen hätte die Bundesregierung Indien in der Industriestrategie als einen "unserer Leitmärkte definiert". Laut Hattmannsdorfer müssten nun auch weitere Leitmärkte der österreichischen Industriestrategie für die EU-Kommission als Top-Prioritäten verfolgt werden. Hier pocht der Wirtschaftsminister auf Tempo. Besonders mit Potenzialregionen in Asien und der Golfregion müssen Freihandelsabkommen schneller finalisiert werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 27.01.2026, 15:58, 27.01.2026, 14:31
Jetzt E-Paper lesen