"Alleine in einer Festung"

Stocker-Ansage: "Die FPÖ hat de facto nichts zu bieten"

In einer Interview-Serie geht Bundeskanzler Christian Stocker in die Offensive – und grenzt sich fundamental gegenüber der FPÖ ab.
Newsdesk Heute
08.02.2026, 18:19
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Die Umfragewerte für die Regierungskoalition sind miserabel. Die FPÖ führt bei Sonntagsfrage des IFDD für die "Krone" Anfang Jänner mit rund 36 Prozent der Wählerstimmen haushoch vor der Kanzlerpartei ÖVP, die nur bei rund 20 Prozent rangiert.

"Ich bin mit den Umfragen nicht glücklich", muss auch Christian Stocker zugeben. Der "Buddah von Wien" will deshalb jetzt Kante zeigen. Stichwort: Volksbefragung zur Wehrpflichtverlängerung. Auch die türkisen Parteistrategen wissen, ein Weiter wie bisher würde in den Untergang führen: "Dann saufen wir ab zu dritt".

"Sammelstelle der Unzufriedenen"

Am Freitag ging der Kanzler schließlich in einer Interview-Serie in mehreren Medien die Offensive und setzte auch da deutlich auf Abgrenzung – nach rechts.

„Diese Polarisierung treibt unsere Gesellschaft auseinander – ich halte das für den völlig falschen Weg.“
Christian StockerBundeskanzler, ÖVP-Chef

"Ich glaube nicht, dass wir zu wenig entgegensetzen – und auch nicht, dass es an Herbert Kickl liegt", so Stocker. Er sieht die blaue Oppositionspartei als "Sammelstelle aller Unzufriedenen".

Die Freiheitlichen würden aus daraus "Empörung, Wut und eben Zulauf" generieren. "Diese Polarisierung treibt unsere Gesellschaft auseinander – ich halte das für den völlig falschen Weg und möchte statt zu spalten wieder zusammenführen. Wenn das gelingt, nimmt man der FPÖ auch den Treibstoff", hält er im Talk mit "Heute" fest.

Und weiter: "Die FPÖ lebt von Unsicherheit, Angst und Krisen – das unterscheidet sie fundamental von der Volkspartei. Wir leben davon, dass wir Lösungen anbieten, Ängste nehmen und Zuversicht geben."

"Das ist kein Zukunftskonzept"

Die ÖVP sehe hingegen Österreichs Zukunft in starken Bündnissen mit anderen Staaten. Ein so kleines Land dürfe in schwierigen Zeiten nicht zur Festung mit eingeklappter Zugbrücke werden. "Wir sehen den Fortschritt in Technik, in Innovation, in Wissenschaft und nicht in Verschwörungstheorien. All das unterscheidet uns fundamental von der FPÖ", zeigt der VP-Chef Profil.

„Herbert Kickl verspricht das Unmögliche und muss dafür nie den Wahrheitsbeweis antreten.“
Christian StockerBundeskanzler, ÖVP-Chef

Ähnlich hart geht der Wiener Neustädter mit der Kickl-Partei gegenüber der "Kleinen Zeitung" ins Gericht:  "Die FPÖ hat de facto nichts zu bieten, außer Polarisierung und die Gesellschaft zu spalten. [...] Die FPÖ will in Zeiten, in denen es geopolitisch schwierig ist, keine Verbündeten suchen, sondern diese alleine in einer Festung überdauern. Das ist kein Zukunftskonzept, das wird nicht funktionieren."

In der Regierung gelte es aber, Probleme zu lösen und Kompromisse zwischen den Koalitionspartnern zu suchen. Stocker: "Herbert Kickl will keine Kompromisse eingehen, sondern mit dem Kopf durch die Wand. Er verspricht das Unmögliche und muss dafür nie den Wahrheitsbeweis antreten."

Das aktuelle Umfragedesaster lächelt der ÖVP-Chef weg, demonstriert Optimismus, dass es bald wieder aufwärtsgeht: "Und ich werde alles dafür tun, weil ich davon überzeugt bin, dass diese Regierung gut für unser Land ist. [...] Es ist uns immer Scheitern vorausgesagt worden, aber wir sind noch nie gescheitert. Das gibt mir Zuversicht."

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