Die Österreichische Post steigt am 1. April in den Mobilfunkmarkt ein – durchwegs mit Tarife ohne vertragliche Bindung. "Mit Yelllow bringen wir frischen Wind in den österreichischen Mobilfunkmarkt", so Generaldirektor Walter Oblin bei einer Präsentation in Wien.
Was sich Kunden nicht erwarten dürfen: Billigstangebote. Man verzichte, so Oblin, gezielt auf "Kampfpreise". Dennoch rechnet man sich – Stichwort Top-Netz von A1, Präsenz und persönliche Beratung – erhebliche Chancen am übersättigten österreichischen Markt aus.
Konkret geht die Post mit der Vorwahl 0693 und vier Handytarifen an den Start – allesamt ohne Vertragsbindung. Bei den aktuellen Deals handelt es sich um Einstiegs-Angebote, die man sich bis 30. Juni sichern kann, die dann aber als Fixpreis auf Dauer gelten. "Ein Tarifleben lang", wie die Post betont. Nach Ende der Promo-Phase sollen die Preise um rund zehn Prozent steigen.
Zusätzlich bietet die Post zwei Internettarife für zuhause mit unbegrenztem Datenvolumen. "Yelllow Internet" liefert bis zu 70 Mbit/s um 18,89 Euro, "Yelllow Internet Speed" bis zu 120 Mbit/s um 28,79 Euro – ebenfalls ohne Vertragsbindung.
Für mehr Flexibilität gibt’s Zusatzpakete. Kunden können etwa um 4,99 Euro 4 GB extra Daten dazubuchen. Gleiches gilt für Roamingpakete, etwa 1 GB Daten in 35 Ländern außerhalb der EU um 4,99 Euro oder 100 Minuten und SMS im Ausland um 24,99 Euro. Auch ein Paket für Auslandstelefonie („Call EU+“) mit 100 Minuten bzw. SMS von Österreich in die EU für 30 Tage um 3,99 Euro und ein Onlineschutz-Paket um 1,99 Euro pro Monat kann gebucht werden.
Parallel dazu baut die Post ein Hardware-Angebot in allen Filialen auf. Smartphones von Samsung, Xiaomi, Emporia und Apple sowie 5G-Router von ZTE können direkt vor Ort gekauft oder nach Hause geliefert werden. Auch hier gilt: Es wird bewusst auf Premium-Angebote verzichtet, angesprochen werden soll gezielt "die Mitte der Gesellschaft".
Insgesamt versucht die Post, Yelllow zwischen den komplexen Angeboten von Premiumanbietern mit Vertragsbindung und Diskontern zu positionieren. Dazu setze man "auf günstige Tarife ohne Vertragsbindung, einfache, leicht verständliche Angebote, persönliche Beratung am Schalter bei rund 1.700 Postfilialen und Postpartner" sowie auf "verlässliche Netzqualität eines großen Anbieters".
Mittelfristiges Ziel sind laut Generaldirektor Walter Oblin 300.000 Kunden, ein Level, den man mittlerweile auch bei der Tochter-Bank bank99 erreicht hat. Die Gewinnzone wolle man, so Oblin, in "drei bis vier Jahren" erreichen.
Übrigens – wer sich über die drei "l" in Yelllow wundert: Die stehen für drei Balken, wobei Balken oben am Handy die Stärke des Mobilfunknetzes anzeigen.