Auch nach der dritten Verhandlungsrunde im Finanzsektor gibt es keine Einigung auf einen neuen Kollektivvertrag für die gut 68.000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft GPA spricht von einer "Blockadehaltung der Arbeitgeber".
Diese hätten laut Gewerkschaft trotz "herausragender Ergebnisse der Branche" kein faires Angebot für Gehaltserhöhungen vorgelegt. Eine Abgeltung der Inflation werde "pauschal ausgeschlossen". Für die GPA ist das "inakzeptabel".
Konkret wird eine Gehaltserhöhung über der Inflationsrate gefordert, für die aktuellen Verhandlungen wird eine Teuerung von 3,6 Prozent herangezogen. Die Gewerkschaft hat zudem Vorschläge eingebracht, etwa zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um doch noch eine Lösung am Verhandlungstisch zu ermöglichen. Nun liege es an den Arbeitgebern, "den Weg für eine konstruktive Lösung freizumachen".
"Alle Kennzahlen bestätigen uns, dass der Finanzsektor jedenfalls in der Lage ist, die Teuerung abzugelten und die Kaufkraft zu stärken", meint Chefverhandler Wolfgang Pischinger. Es sei "das Gegenteil von Wertschätzung", dass nach drei Runden nicht einmal ein Angebot vorliege.
Auch Gewerkschafterin Anita Palkovich kritisiert die Arbeitgeber scharf: "Die herausragende Branchenentwicklung wird zu wenig gewürdigt, während man sich hinter schwachen Kennzahlen anderer Branchen versteckt." Das werde weder der Realität des Finanzsektors noch der Leistung der Beschäftigten gerecht.
Man werde nun beginnen, die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben über den aktuellen Verhandlungsstand zu informieren und über weitere Maßnahmen zu beraten. Laut GPA werden die Betriebsversammlungen österreichweit abgehalten. Betroffen sind unter anderem Österreichische Nationalbank, Bank Austria, Bawag, Erste Bank und der Sparkassen-Sektor sowie Raiffeisen und Volksbanken. Die Info-Veranstaltungen sollen bis 31. März dauern.
Für Kunden heißt das: Zwar sind die Bank-Mitarbeiter bemüht, die Auswirkungen möglichst gering zu halten, vereinzelt kann es dennoch vorübergehend zu längeren Wartezeiten kommen. Sollte das passieren, bitte man um Verständnis.
Die nächste Runde ist für den 7. April geplant. Sollte es da zu keinem Ergebnis kommen, wird die Gangart verschärft. "Wenn die Arbeitgeber weiterhin an ihrer Blockadehaltung festhalten, werden auch wir den Druck erhöhen müssen", so Pischinger und Palkovich.