Ukraine-Millionen gestoppt

FPÖ alarmiert – Geldtransporter wird Fall für Parlament

Erneute Aufregung um den in Ungarn gestoppten Austro-Geldtransporter in die Ukraine. Die FPÖ fordert eine lückenlose Aufklärung.
Newsdesk Heute
11.03.2026, 08:01
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Vor wenigen Tagen sorgte ein Transporter, der von der Raiffeisenbank in Wien in die Ukraine unterwegs war, für Wirbel. Insgesamt hatte das Fahrzeug Euro- und Dollarscheine im Wert von rund 69 Millionen Euro und neun Goldbarren mit jeweils einem Kilo Gewicht geladen.

In Ungarn war dann Endstation, die Fracht wurde beschlagnahmt und die Transporteure der staatlichen ukrainischen Oschadbank vorläufig festgenommen. Budapest gab an, die Bankmitarbeiter im Rahmen von Ermittlungen wegen Geldwäsche-Verdachts festgenommen zu haben.

"Nur die Spitze des Eisbergs"

In der österreichischen Politlandschaft sorgt der Fall vor allem bei der FPÖ für Aufregung. Laut den Freiheitlichen soll auch ein ehemaliger ukrainischer Geheimdienstgeneral, an dem Transport beteiligt gewesen sein. Laut FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz stehe dieser in Zusammenhang mit Korruption. Die Blauen fordern nun umgehende Ermittlungen in Österreich.

Ihnen zufolge sei der Vorfall "nur die Spitze des Eisbergs". Christian Hafenecker (FPÖ) zufolge seien auf dieser Route nämlich seit Jänner 2025 rund 900 Millionen US-Dollar, 400 Millionen Euro und 146 Kilogramm Gold bewegt worden. Besonders brisant sei für den Freiheitlichen, dass sich auf den nun beschlagnahmten Goldbarren teils Prägungen der Münze Austria befinden würden.

Österreich sei hier nicht nur Zuseher, sondern "Ausgangspunkt dieser verdächtigen Transporte", argumentierte Hafernecker und kündigte zugleich "eine umfassende parlamentarische Untersuchung durch Anfragen" an Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sowie an die Minister für Finanzen, Inneres, Justiz, Außen- und Europapolitik, Wirtschaft und Landesverteidigung an.

FPÖ ortet Korruption

Der FPÖ-General hinterfragt, warum man "in Zeiten von Internetbanking und Co überhaupt physisch dermaßen viel Geld durch Europa karren" müsse. Hier käme die Vermutung auf, dass man "digitale Spuren vermeiden wollte". Ihm zufolge lasse der Vorfall nur drei Szenarien zu.

Hafeneckers Szenarien:

  • Einen legalen Banknotenhandel durch die Raiffeisenbank, was aber die Mitführung von Goldbarren und die Begleitung durch einen Ex-Geheimdienstgeneral nicht erklären würde.
  • Die verdeckte Finanzierung von Schattenwirtschaft, für die Österreich dann eine Drehscheibe wäre.
  • Geldwäsche und Korruption, wo sich die Frage stelle, ob österreichische Steuergelder davon betroffen seien.

Der Regierung werfe man eine "beschämende Unterwürfigkeit" vor. Schnedlitz forderte abermals einen "Stopp aller Zahlungen an die Ukraine, die umgehende Prüfung der Verwendung jedes bisher bezahlten Steuer-Euros und deren Rückforderung, wenn diese nicht lückenlos aufgeklärt werden kann". Laut dem Freiheitlichen seien bereits 3,26 Milliarden Euro österreichisches Steuergeld in die Ukraine geflossen.

Damit finanziere man ein "zum Teil kriminelles System der Extraklasse", so der FPÖ-General. Dazu verwies Schnedlitz auf mehrere ukrainische Korruptionsskandale, die auch bis ins engste Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj reichen würden.

FMA sieht üblichen Vorgang

In der gemeinsamen Pressekonferenz forderten Schnedlitz und Hafenecker auch die Prüfung der Raiffeisenbank International durch die Finanzmarktaufsicht (FMA). Diese sehe im Falle des Geldtransporters jedoch einen üblichen Vorgang.

Demnach würden Devisen in Schwellenländern "traditionell einen signifikanten Anteil der Bankeinlagen und des umlaufenden Bargelds" ausmachen, berichtet die "Krone" unter Berufung auf die FMA. Und weiter: "In der Ukraine werden laut ukrainischer Nationalbank rund ein Drittel der Einlagen von Haushalten und rund ein Viertel der Einlagen von Unternehmen in Dollar und Euro gehalten."

So seien Devisen in bar und auf Banknoten in der gesamten Bevölkerung als Wertspeicher verbreitet. Die Versorgung mit Devisen sei Teil der wirtschaftlichen Infrastruktur der Ukraine. Seitens der FMA werde betont, dass in diesem Geschäft tätige Banken erhöhten Sorgfaltspflichten unterliegen würden. Österreichische Banken werden diesbezüglich von der FMA laufend überwacht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.03.2026, 08:01
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