Mit Gold und Geld beladen

Austro-Geldtransporter am Weg in Ukraine gestoppt

In Ungarn sind zwei Geldtransporter mit Millionenwerten auf dem Weg in die Ukraine gestoppt worden. Kiew wirft Budapest nun Geiselnahme vor.
André Wilding
06.03.2026, 10:45
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Ein brisanter Vorfall sorgt für diplomatische Spannungen zwischen Ungarn und der Ukraine. Zwei Geldtransporter mit großen Bargeld- und Goldbeständen wurden auf ungarischem Gebiet gestoppt. Auch sieben Mitarbeiter einer ukrainischen Staatsbank, die den Transport begleiteten, wurden festgenommen.

Zugriff auf Tankstelle

Nach Angaben aus Kiew begleiteten die sieben Angestellten der staatlichen Oschadbank den Konvoi. In den beiden Fahrzeugen befanden sich laut ukrainischen Angaben 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro sowie neun Kilogramm Gold. Die Wertsachen seien im Rahmen einer Vereinbarung mit der österreichischen Raiffeisenbank transportiert und ordnungsgemäß deklariert worden.

Der Zugriff erfolgte laut Berichten an einer Tankstelle auf der ungarischen Autobahn M5. Dabei griff die Anti-Terror-Einheit der ungarischen Polizei ein. Schwarz gekleidete Einsatzkräfte sollen die Begleiter aus den Fahrzeugen gezogen und zu Boden gebracht haben. Anschließend setzte sich der Konvoi in Richtung Budapest in Bewegung.

GPS-Signale geortet

Nach Angaben der Oschadbank wurden die GPS-Signale der Fahrzeuge später im Zentrum von Budapest geortet - direkt neben einem Gebäude von Sicherheitsbehörden. Wo sich die sieben Bankmitarbeiter befinden, ist derzeit unklar. Auch die rechtliche Grundlage für die Festsetzung wurde bisher nicht bekannt.

Die ukrainische Regierung reagierte mit scharfer Kritik. Außenminister Andrij Sybiha schrieb: "Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen". Der Vorgang sei kriminell.

Auch der ukrainische Botschafter in Budapest erhob schwere Vorwürfe und sprach von "Staatsterrorismus". Die Nationalbank in Kiew verlangte die sofortige Freilassung der sieben Mitarbeiter der Staatsbank.

Politische Folgen

Der Hintergrund des Konflikts liegt offenbar im anhaltenden Streit zwischen Ungarn und der Ukraine über russische Öllieferungen. Diese liefen bisher auch über ukrainisches Gebiet durch die Pipeline "Druschba". Nachdem die Leitung durch russische Angriffe beschädigt wurde, forderte die ungarische Regierung eine rasche Reparatur und Wiederaufnahme des Transits.

Kiew erklärt hingegen, eine schnelle Instandsetzung sei derzeit nicht möglich. In Budapest stößt diese Darstellung auf Skepsis.

Der Streit hat bereits politische Folgen. Ungarn blockierte zuletzt die Vergabe eines EU-Kredits in Millionenhöhe an die Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte darauf mit scharfen Worten und drohte Ungarns Regierungschef Viktor Orbán sogar mit eigenen Soldaten.

Der Zwischenfall mit den Geldtransportern verschärft damit einen ohnehin angespannten Konflikt zwischen Budapest und Kiew weiter.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 06.03.2026, 17:50, 06.03.2026, 10:45
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