Am Weg in Ukraine gestoppt

Fotos zeigen brisante Fracht des Austro-Transporters

Ungarn sieht sich weiter im Recht: Ein Geldtransporter aus Österreich wurde am Weg in die Ukraine gestoppt, 70 Millionen Euro beschlagnahmt.
Newsdesk Heute
07.03.2026, 12:12
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Pipeline-Streit zwischen Ungarn und der Ukraine eskaliert – und ist um eine kuriose Komponente mit Österreich-Bezug reicher. Wie berichtet, wurde in Ungarn ein Geldtransport von Österreich in die Ukraine gestoppt, die Mitarbeiter festgenommen. Selenskyj drohte Orbán; die EU versuchte, mäßigend einzugreifen.

Ungarn hat die festgenommenen Bankmitarbeiter mittlerweile wieder auf freien Fuß gesetzt. Das bei der Festnahme beschlagnahmte Bargeld und Gold wurden aber nicht zurückgegeben, erklärte der Chef der ukrainischen Zentralbank, Andryj Pyschnyj, am Freitag auf Facebook. Die Situation sei "unfassbar", so der Zentralbankchef weiter.

Über 70 Millionen Euro

Kiew arbeite daran, die Ladung "so schnell wie möglich" zurückzuholen. Laut Angaben der Bank geht es um Euro- und Dollarscheine im Wert von rund 69 Millionen Euro und um neun Goldbarren mit jeweils einem Kilo Gewicht.

Ungarn hatte am Donnerstag sieben Mitarbeiter der staatlichen ukrainischen Oschadbank festgenommen. Die Männer waren gerade dabei, Bargeld aus Österreich in die Ukraine zu bringen. Budapest gibt an, die Festnahmen im Rahmen von Ermittlungen wegen Verdachts auf Geldwäsche durchgeführt zu haben und veröffentlichte Bilder Fracht auf Facebook.

Ungarn blockiert Ukraine-Hilfe

Kiew hingegen wirft Ungarn vor, die Männer "als Geiseln" genommen zu haben – als Vergeltung für die verzögerte Wiederaufnahme des Betriebs der Druschba-Pipeline, die russisches Öl durch die Ukraine nach Budapest liefert.

Das Verhältnis zwischen Budapest und Kiew ist schon länger angespannt. Der rechtsnationale ungarische Regierungschef Viktor Orbán pflegt ein enges Verhältnis zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Spannungen haben zuletzt weiter zugenommen, nachdem die Druschba-Pipeline laut Angaben aus der Ukraine im Jänner bei einem russischen Angriff beschädigt und deshalb vorübergehend stillgelegt wurde.

Ungarn und die Slowakei, die ebenfalls russisches Öl über die Pipeline beziehen, werfen Kiew vor, die Reparatur der Leitung absichtlich hinauszuzögern. Mit Verweis auf die fehlenden Druschba-Öllieferungen blockiert Orban derzeit sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine in der Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 07.03.2026, 12:22, 07.03.2026, 12:12
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen