60 Jobs wackeln noch

Sandoz baut 100 Jobs ab: "Tragödie für Mitarbeiter"

In Kundl soll das Sandoz Development Center schließen. Über 100 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, weitere 60 stehen auf der Kippe.
Österreich Heute
13.03.2026, 12:57
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Ein Schock für die Belegschaft in Kundl: Der Pharmahersteller Sandoz will sein Development Center in Tirol schließen. Rund 100 Beschäftigte verlieren dadurch bis Jahresende ihren Arbeitsplatz. Hinzu könnten weitere 60 Stellen in anderen Abteilungen kommen, befürchtet der lokale Betriebsrat.

"Tragödie für Mitarbeiter"

Das Unternehmen bestätigte die Pläne am Freitag, wie das Unternehmen der APA gegenüber einen Bericht der "Tiroler Tageszeitung" bestätigte. Laut Sandoz soll das Entwicklungszentrum aus strategischen Gründen innerhalb des Konzerns anders gebündelt werden. Die Antibiotika-Produktion in Tirol sei davon nicht betroffen, hieß es.

Dennoch warnen Betriebsrat und Gewerkschaft vor massiven Folgen: "Für viele Mitarbeiter ist das eine Tragödie. Sie haben ihr Leben hier aufgebaut, Wohnungen und Häuser gekauft, und stehen jetzt vor dem Nichts", erklärte Stephan Bertel, Zentral- und Europabetriebsrat bei Sandoz.

Schwerpunkt in Slowenien

Sandoz investierte in den vergangenen Jahren rund 200 Millionen Euro in die Produktion in Tirol. Gleichzeitig verlagert sich der Konzern zunehmend auf die Herstellung von Biosimilars, mit Schwerpunkt in Slowenien. Diese Entwicklung sorgt für Unruhe am Standort Kundl, wo der Betriebsrat weitere Kürzungen und Stellenverluste befürchtet.

Gegenwind aus der Politik

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) fordert die Einrichtung einer Arbeitsstiftung, um betroffene Mitarbeiter zu unterstützen. Landesgeschäftsführer Harald Schweighofer kritisierte, dass Sandoz trotz öffentlicher Förderungen Arbeitsplätze abbaut.

Auch von der Politik kommt scharfe Kritik: Philip Wohlgemuth, Landeshauptmannstellvertreter und SPÖ-Chef, bezeichnete die Schließung als "inakzeptabel". Wer Forschung ins Ausland verlagere, riskiere langfristig auch die Produktion in Tirol. Wohlgemuth fordert rasche Gespräche zwischen Konzernleitung, Betriebsrat und Politik, um Arbeitsplätze zu sichern.

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