Entlastung für Unternehmen

Lohnnebenkosten senken – Regierung gibt Versprechen ab

Die Regierung plant die Senkung der Lohnnebenkosten – nur eine von vielen Maßnahmen, um die heimische Industrie und Wirtschaft zu stärken.
Michael Rauhofer-Redl
15.01.2026, 15:38
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Im Zuge der Regierungsklausur in Mauerbach einigte sich die Spitze der Bundesregierung auch auf die langersehnte Industriestrategie. Dieses Vorhaben wurde am Mittwoch im Ministerrat präsentiert.

Der Industriestandort Österreich hat laut Bundesregierung mit "unvorhersehbaren globalen Herausforderungen", zu kämpfen. "Der russische Aggressionskrieg gegen die Ukraine, die damit einhergehende steigenden Energiepreise, die weltweite geopolitische Unsicherheit, sowie deren nationalen Implikationen stellen eine offene exportorientierte Volkswirtschaft, wie Österreich, vor standortpolitischen Herausforderungen", so die Regierung.

Industriestrom und Lohnnebenkosten senken

Die Koalition setzt sich eine "nachhaltige und strukturelle Wettbewerbsfähigkeit" Österreichs und die damit verbundene Sicherung von Arbeitsplätzen zum Ziel. Folgende Maßnahmen sollen helfen, dieses Ziel zu erreichen.

So soll Österreich wettbewerbsfähig werden

  • Für die weitere positive konjunkturelle Entwicklung sei günstiger Strom von zentraler Notwendigkeit. Deshalb wird eine Industriestromabsicherung von 2026 bis 2029 umgesetzt. Konkret läuft das Standortabsicherungsgesetz für energieintensive Betriebe von 2026 bis 2029. Gleichzeitig soll ab 1.Jänner 2027 ein Industriestrompreis in Höhe von 5 Cent pro kWh eingeführt werden. Die Vergünstigungen in Höhe von rund 250 Mio. Euro pro Jahr werden vollständig durch einen zusätzlichen Budgetbeitrag der Energiewirtschaft finanziert.
  • Um neben der Nutzung von CO2 als Rohstoff durch Carbon-Capture-Utilization eine zusätzliche Möglichkeit zur Vermeidung von Emissionen zu schaffen, soll das gesetzliche Carbon-Capture-Storage (CCS)-Verbot aufgehoben werden.
  • Die Bundesregierung bekennt sich zur Nutzung heimischer Energieressourcen wie Windkraft, Geothermie, Wasserkraft und Biomasse. Daher wird u.a. eine Potenzialerhebung für zusätzliche Erzeugungskapazitäten aus Wasserkraft und von Pumpspeicherkraftwerken durchgeführt.
  • Die Gesetze zur Verfahrensbeschleunigung– etwa bezüglich der Umweltverträglichkeitsprüfung – sollen bis Ende Februar finalisiert werden.
  • Bis zur Mitte der Regierungsperiode sollen die Lohnnebenkosten in einem ersten Schritt gesenkt werden. Das sei allerdings "abhängig von der konjunkturellen und budgetären Entwicklung", heißt es. Ziel ist dann eine weitere stufenweise Entlastung ausschließlich im Rahmen des Familienlastenausgleichsfonds (3,7 %).
  • Ab 2027 sollen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen des Güter- und Personenverkehrs auf der Schiene die Energiekosten für den Bahnstrom gesenkt werden.

Hohe Investitionen in "Schlüsseltechnologien" geplant

Im Zuge der Klausur wurden auch neun "Schlüsseltechnologien für Österreich" definiert.

Diese sind:

  • Künstliche Intelligenz und Dateninnovation
  • Chips, Elektronische Komponenten und Systeme
  • Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik
  • Quantentechnologie und Photonik
  • Fortgeschrittene Werkstoffe (Advanced Materials)
  • Life-Sciences & Biotech
  • Energie- und Umwelttechnologien
  • Mobilitätstechnologien
  • Weltraum- und Luftfahrttechnologien

In diesen Bereichen sind für die kommenden Jahre Investitionen in der Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro vorgesehen. Außerdem sollen vereinfachte Genehmigungsverfahren in diesen Bereichen eingeführt werden. Ebenso geplant ist die Schaffung von neuen Lehrberufen und entsprechende Anpassungen in den Schullehrplänen in diesen Bereichen.

Stärkung Österreichs als Forschungs- und Innovationsland

Um den Weg der Attraktivierung Österreichs für Spitzenforscherinnen und -forscher aus dem Ausland fortzusetzen, werden die Erleichterungen für US-Forscherinnen und -Forscher gestärkt bzw. auf andere Drittstaaten ausgeweitet.

Studierende aus Drittstaaten, welche an einer österreichischen Hochschule graduieren, sollen künftig durch die Rot-Weiß-Rot-Karte erleichterten Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt erhalten.

Kommen bald selbstfahrende Autos?

Um Österreich als Forschungsstandort weiter zu positionieren, plant die Regierung, die Forschungsprämie als Standortfaktor zielgerichtet weiterzuentwickeln. Österreichweit werden noch im heurigen Jahr gesetzliche Anpassungen vorgenommen, um autonome Mobilität, wie zum Beispiel selbstfahrende Autos, zu ermöglichen. Dabei wird der Fokus nicht nur auf dem Personenverkehr liegen, sondern auch auf dem Güterverkehr.

Die Koalition will ein "Made in EU and Partnercountries"-Prinzip in öffentlichen Beschaffungen und Förderungen sicherstellen. Damit soll festgelegt werden, dass das österreichische Steuergeld nicht in Produkte aus Drittstaaten, sondern bevorzugt für Produkte von Unternehmen aus Österreich, sowie von europäischen und internationalen Partnern, eingesetzt wird.

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