Die geplante Paketabgabe von rund 2 Euro pro Lieferung sorgt im heimischen Handel für Aufregung. Vor allem Online-Händler schlagen Alarm: Statt internationaler Konzerne treffe die Maßnahme vor allem regionale Betriebe und ihre Kunden.
"Die Abgabe klingt auf den ersten Blick nach einer Maßnahme gegen Konzerne – schließlich gilt sie nur für Versandhändler mit über 100 Millionen Euro Jahresumsatz. Durch die sogenannte Plattformfiktion werden aber tausende heimische Kleinunternehmen getroffen", warnt Gerald G. Walter, Obmann des Landesgremiums Versand-, Internet- und allgemeiner Handel der WKO Oberösterreich.
Konkret gilt die Abgabe für große Versandhändler. Doch durch die gesetzliche Konstruktion werden Verkäufe über Plattformen wie Amazon oder eBay den Betreibern zugerechnet. Diese würden die Kosten am Ende weitergeben. "Die Abgabe müssten daher der österreichische Online-Handel und jene Menschen tragen, die am stärksten auf den Versandhandel angewiesen sind", so Walter.
Auch für Konsumenten könnte es teurer werden. Besonders Menschen am Land, ältere Personen oder Pflegebedürftige seien stark auf den Versandhandel angewiesen. "100 Euro Entlastung durch eine geringere Umsatzsteuer stehen eine Mehrbelastung von rund 70 Euro und mehr durch die Paketabgabe entgegen", rechnet Walter vor.
Zusätzlicher Kritikpunkt: Internationale Billig-Plattformen wie Temu oder Shein werden bereits durch EU-Maßnahmen belastet. Die nationale Paketabgabe bringe daher keinen Vorteil für heimische Anbieter.
Die Forderung der Branche ist klar: "Wir fordern den Stopp des Gesetzesentwurfs in seiner jetzigen Form", betont Walter. Eine bloße Anpassung reiche nicht aus.