Post zieht Bilanz

Gebühr zeigt Wirkung: 50 Prozent weniger China-Pakete

Die neue EU-Abgabe auf Pakete aus Drittstaaten zeigt Wirkung. Die Zahl der China-Sendungen ist in den ersten beiden Juliwochen massiv eingebrochen.
Newsdesk Heute
25.07.2026, 09:31
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Die neuen Gebühren für Online-Bestellungen aus Drittstaaten machen sich offenbar deutlich bemerkbar. Nach Angaben der Österreichischen Post ist die Zahl der Pakete von chinesischen Billigplattformen in den ersten beiden Juliwochen um rund 50 Prozent zurückgegangen.

Seit 1. Juli gilt EU-weit eine Pauschalabgabe von drei Euro für Bestellungen aus Drittstaaten mit einem Warenwert bis 150 Euro. Für jede Warengruppe wird die Gebühr separat eingehoben. Ab Oktober kommt in Österreich zusätzlich eine nationale Paketabgabe von 2,40 Euro hinzu, im November soll außerdem eine weitere EU-Bearbeitungsgebühr von zwei Euro pro Paket folgen.

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Post sieht deutlichen Rückgang

Post-Logistikvorstand Peter Umundum spricht gegenüber der "Kleinen Zeitung" von einem klaren Effekt der neuen Regelung. Demnach seien die Paketmengen aus China in den ersten beiden Juliwochen im Vergleich deutlich zurückgegangen.

2025 wurden laut Post rund 25 Millionen Pakete aus Fernost nach Österreich geliefert, davon transportierte die Österreichische Post 19 Millionen. Das entsprach etwas mehr als acht Prozent des gesamten heimischen Paketaufkommens von 232 Millionen Sendungen. Im Durchschnitt wickelt die Post rund 1,6 Millionen China-Pakete pro Monat ab. In der ersten Julihälfte seien ihr dadurch mehrere hunderttausend Sendungen entgangen.

Einen verstärkten Umstieg der Konsumenten auf Händler innerhalb der EU kann die Post derzeit allerdings nicht bestätigen.

Chinesische Händler reagieren

Insgesamt sei das erste Halbjahr für die Österreichische Post dennoch positiv verlaufen. Laut Umundum stiegen die Paketmengen in Österreich und Südosteuropa von Jänner bis Juni um neun Prozent. Als einen Grund nennt er Vorziehkäufe.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet die Post wegen der zusätzlichen Gebühren nur noch mit einem abgeschwächten Wachstum. Gleichzeitig beobachtet das Unternehmen, dass chinesische Online-Händler ihre Logistik zunehmend innerhalb der Europäischen Union aufbauen. Als Beispiel nennt Umundum die Modeplattform Shein, die bereits aus Polen versendet. Dadurch würden die neuen Gebühren für Konsumenten künftig teilweise entfallen, weil die Waren bereits beim Import in die EU verzollt werden.

Auch USA und Schweiz betroffen

Die neuen EU-Regeln gelten nicht nur für Sendungen aus China, sondern für alle Drittstaaten. Davon betroffen sind unter anderem auch Bestellungen aus den USA, Großbritannien und der Schweiz. Allein aus diesen drei Ländern werden laut Post jährlich rund eine Million Pakete nach Österreich zugestellt.

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