Volkswagen muss den nächsten Rückschlag hinnehmen: Europas größter Autobauer hat im zweiten Quartal deutlich weniger verdient und zugleich seinen Ausblick für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Vor allem das schwache Geschäft in China belastet den Konzern.
Von April bis Juni sank der Gewinn nach Steuern im Jahresvergleich um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2025 hatte Volkswagen noch 2,29 Milliarden Euro verdient. Damals war das Konzernergebnis bereits um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.
Auch bei den Auslieferungen musste VW Einbußen hinnehmen. Weltweit gingen sie um fast neun Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge zurück. Auf dem wichtigen Markt China brachen die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ein. Außerhalb Chinas entwickelte sich das Geschäft dagegen besser.
Wegen der anhaltenden Unsicherheiten senkte Volkswagen auch seine Umsatzprognose. Statt eines Plus von bis zu drei Prozent erwartet Konzernchef Oliver Blume für 2026 im besten Fall nur noch stabile Erlöse. Im schlechtesten Fall könnte der Umsatz um bis zu drei Prozent sinken.
Als Belastungsfaktoren hatte Blume bereits im Frühjahr unter anderem Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und den härter werdenden Wettbewerb genannt. Deshalb plant der Konzern weitere Sparmaßnahmen. Zusätzlich zu den bereits bis 2030 angekündigten 50.000 Stellenstreichungen stehen laut den Plänen weltweit bis zu 50.000 weitere Jobs sowie vier Werke in Deutschland auf dem Prüfstand.
Gegen diese Pläne regt sich jedoch Widerstand. Gewerkschaft, Betriebsrat und das Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an Volkswagen beteiligt ist und zwei Sitze im Aufsichtsrat hält, lehnen die neuen Sparmaßnahmen ab. Berichten zufolge fanden die Pläne im Aufsichtsrat zunächst keine Mehrheit. Bereits angekündigt ist der Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030, davon 35.000 bei der Kernmarke Volkswagen und die übrigen bei Tochterunternehmen wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben entsprechenden Vereinbarungen bereits zugestimmt.