Sparkurs bei Volkswagen

VW halbiert Modellpalette – vier Werke vor dem Aus

Europas größter Autohersteller kürzt bis zu 50 Prozent der Modelle. Vier deutschen Werken droht die Schließung, 100.000 Jobs sind in Gefahr.
Newsdesk Heute
10.07.2026, 16:46
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Volkswagen steht vor der größten Schrumpfkur seiner Geschichte. Bei einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg stellte Konzernchef Oliver Blume am Donnerstag einen radikalen Sanierungsplan vor: Die Modellpalette soll um bis zu 50 Prozent reduziert werden, die Ausstattungsoptionen sogar um bis zu 75 Prozent.

Die weltweite Produktionskapazität soll von zwölf auf neun Millionen Fahrzeuge sinken. "Mit unserem Zukunftsplan stellen wir den Konzern auch in einem global massiv herausfordernden Umfeld noch robuster und wettbewerbsfähiger auf", erklärte Blume.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Nach Angaben von "heise online" machte Volkswagen allerdings keine konkreten Angaben zu möglichen Werksschließungen und dem befürchteten Stellenabbau. Laut Medienberichten stehen vier deutsche Werke auf der Kippe: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm könnten bis 2034 die Fahrzeugproduktion einstellen.

Bis zu 100.000 Jobs weltweit in Gefahr

Das "Manager Magazin" berichtet, dass weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen könnten – doppelt so viele wie bisher geplant. Die bisherigen Sparziele reichen laut Finanzvorstand Arno Antlitz im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld nicht mehr aus.

Die Beschäftigten reagierten mit massiven Protesten. An mehr als einem Dutzend Standorten gingen Arbeiter auf die Straße. In Emden zählte die IG Metall 1.500 Teilnehmer, in Wolfsburg versammelten sich rund 500 Menschen vor dem Vorstandshochhaus.

Gewerkschaft kündigt Widerstand an

"Die Wut und Verunsicherung sind verständlicherweise groß", sagte IG-Metall-Chefin Christiane Benner. Sie halte es "für absolut unverantwortlich, wie im Moment mit der Zukunft der Menschen gespielt wird". Werksschließungen dürfe die Gewerkschaft nicht akzeptieren.

Auch Betriebsratschefin Daniela Cavallo stellte sich gegen die Pläne und forderte Klarheit für die Belegschaft.

Konkrete Beschlüsse wurden am Donnerstag noch nicht gefasst – die Entscheidungen sollen erst nach der Sommerpause fallen.

Im Aufsichtsrat haben die Arbeitnehmervertreter gemeinsam mit dem Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Stimmrechte hält, die Mehrheit. Das macht eine unveränderte Annahme der Vorstandspläne unwahrscheinlich.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.07.2026, 16:46
Jetzt E-Paper lesen