Jetzt ist es offiziell: Der deutsche Batteriehersteller Varta hat Insolvenz angemeldet. Die entsprechenden Anträge werden derzeit vom zuständigen Amtsgericht in Stuttgart geprüft.
Wie deutsche Medien berichten, waren die Eigentümer zuletzt nicht mehr bereit, weiteres Kapital in das angeschlagene Unternehmen zu investieren. Varta gehört je zur Hälfte dem österreichischen Investor Michael Tojner und dem Sportwagenhersteller Porsche.
Mit der Insolvenz rückt eine Zerschlagung des Unternehmens näher. Den Berichten zufolge wollen wichtige Gläubiger – darunter die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds – das profitable Geschäft mit Haushaltsbatterien übernehmen.
Tojner soll hingegen Interesse am Bereich der Mikrobatterien haben. Dazu zählen unter anderem Knopfzellen, die etwa in Hörgeräten verwendet werden.
Varta galt lange als Erfolgsunternehmen der Batteriebranche. Der Konzern produzierte unter anderem Akkus für Apples AirPods, zudem ließen weitere Technologieunternehmen ihre Minibatterien dort fertigen. Im Jahr 2020 erzielte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 95,4 Millionen Euro.
Gemeinsam mit Porsche plante Varta außerdem den Aufbau einer Produktion von Batteriezellen für Elektroautos. Entwickelt werden sollten leistungsstarke Batteriezellen für Premiumfahrzeuge.
Der Abstieg begann laut den Berichten nach dem Wegfall des Apple-Geschäfts. Auch an der Börse zeigte sich die Entwicklung deutlich: Nachdem die Aktie 2021 zeitweise mehr als 170 Euro wert war, fiel sie im Zuge von Restrukturierungen und Insolvenzverfahren bis zum Delisting im Frühjahr 2025 auf unter einen Euro.