Varta, eine der bekanntesten Batteriemarken, ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht wegzudenken. Seit Generationen werden die Produkte in Fernbedienungen, Taschenlampen und Spielzeug verwendet.
Nun steht das Traditionsunternehmen vor einer ungewissen Zukunft. Die wichtigsten Gläubiger wollen das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen. Damit droht dem restlichen Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit.
Wie bild.de unter Berufung auf die WirtschaftsWoche berichtet, könnte der 139 Jahre alte Konzern dadurch in die Insolvenz abrutschen. Eine Stellungnahme von Varta dazu blieb bisher aus.
Gegründet wurde das Unternehmen 1887 von Adolph Müller in Hagen. Anfangs unter dem Namen Accumulatoren-Fabrik AFA belieferte Varta namhafte Kunden wie Siemens und AEG. Die Akkus fanden ihren Weg in Straßenbahnen, Autos und sogar auf Expeditionen in die Arktis.
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich Varta zu einem der führenden Batteriehersteller. 1969 waren Batterien von Varta sogar bei der ersten Mondlandung im Einsatz. Doch das Unternehmen musste sich immer wieder Herausforderungen stellen. Bereits Anfang der 2000er Jahre wurde der Konzern erstmals zerschlagen.
Der erneute Aufschwung gelang Varta mit kleinen Batterien für Kopfhörer, die etwa in Apples AirPods verwendet werden. 2017 ging das Unternehmen an die Börse, der Aktienkurs stieg zeitweise stark an. 2021 setzte Varta mehr als 900 Millionen Euro um.
Doch die Abhängigkeit von einzelnen Kunden wurde zum Problem. Nach einem Rückgang der Bestellungen und starker Konkurrenz aus Asien brach 2022 der Umsatz wichtiger Batterieprodukte massiv ein. Kurzarbeit und der Rückzug von Apple als Großkunde verschärften die Lage.
2024 kam es zu einer Notrettung: Porsche und der österreichische Unternehmer Michael Tojner stiegen ein. Dennoch beendete Apple wenig später die Zusammenarbeit, ein Werk musste schließen und mehrere hundert Mitarbeiter verloren ihren Job.
Jetzt fehlt dem Unternehmen erneut das Geld, um weiterzumachen. Die Gefahr einer Zerschlagung und Insolvenz ist so groß wie selten zuvor. Wie es mit Varta weitergeht, ist derzeit offen.